Bild: gezeichneter Stuhlkreis auf Laptop- und Smartphone-App

Meeting Me – App für virtuelle Gruppentreffen

Durch Corona mussten wir miteinander neue, digitale Wege des Austauschs erschließen. Das klappte mal mehr, mal weniger gut – besonders wenn eine höhere Teilnehmerzahl die Durchführung der Treffen erschwerte. Bei Telefonkonferenzen fehlt die Übersicht, bei Videokonferenzen ist manchen die Kamera direkt vorm Gesicht zu privat. Die Abläufe und Atmosphäre von sowohl Selbsthilfegruppentreffen als auch den Zusammenkünften ehrenamtlicher Initiativen können mit den üblichen Konferenztools nur unzureichend wiedergegeben werden.

Unser gemeinsam mit Selbsthilfeaktiven und ehrenamtlich Engagierten konzipiertes Tool „Meeting Me“ hingegen soll genau diese Gesprächskultur in den digitalen Austausch übertragen – als erste Software dieser Art. Damit dieses ambitionierte Vorhaben gelingen konnte, hatten wir für die Entwicklung das erfahrene Videospiele-Studio Chasing Carrots verpflichtet. Die Tech-Agentur Unterschied & Macher erstellte uns die zugehörige Website und Nutzerumgebung.

Nach 1,5 Jahren Entwicklungszeit ist „Meeting Me“ auf PC sowie für Smartphones und Tablets verfügbar (Android und iOS) und ermöglicht virtuellen Treffen für bis zu 15 Teilnehmende. Wir stellen die Software allen Selbsthilfegruppen und Initiativen kostenfrei zur Verfügung.

Jetzt ausprobieren!

Hier können Sie Meetings anlegen und Meeting Me herunterladen:
meeting-me.de


 

Was kann Meeting Me alles?

Die Meetings lassen sich umfangreich konfigurieren: es können Themenüberschriften eingegeben werden, die anschließend im virtuellen Raum an der Tafel stehen, sowie die vorab angezeigten Gruppenregeln definiert werden. Es lassen sich sogar eigene Bilder einbinden, die dann an der virtuellen Wand hängen – z. B. das Vereinslogo oder ein Gruppenfoto.

Kommuniziert wird per Mikro, aber statt durch Videoübertragung werden die Teilnehmenden als gezeichnete Figuren dargestellt und können neben der Sprache auch mit animierten Gesten miteinander kommunizieren und im Raum umhergehen. Es wird keine Kamera benötigt, sondern lediglich ein Mikrofon, Headset oder Smartphone. Dieser Ansatz ermöglicht Menschen, die beim Videostream die Nähe der Kamera als zu intim empfinden, durch eine geschützte zeichnerische Darstellung eine weitere Kommunikationsebene, durch die auch ohne Cam noch mit Gesten und Bewegungen interagiert werden kann.

Bild: Zeichnung von Gruppenraum in der KISS

Die Registrierung als Nutzer*in auf meeting-me.de funktioniert so datensparsam wie möglich. Es müssen lediglich Mailadresse und Benutzername angegeben werden, schon lassen sich Gruppentreffen anlegen. Es stehen vier virtuelle Orte für das Meeting zur Auswahl: Selbsthilfekontaktstelle, Berghütte, Strand und Wald.

Abschließend wird ein Code generiert, den man dann zusammen mit dem Termin an die anderen Mitglieder verschickt. Diese starten die App und betreten mithilfe des Raumcodes das Meeting. Die eingeladenen Nutzer*innen müssen sich weder registrieren noch einloggen, sondern können auf Wunsch ganz anonym dabei sein – wie bei vielen Selbsthilfegruppen üblich. Trotzdem haben alle Teilnehmenden ein einzigartiges Erscheinungsbild, da sie sich vor dem Beitritt zum Meeting eine Figur („Avatar“) mit individuellem Look erstellen dürfen.

Bild: Screenshot aus der App Meeting Me zeigt Charakter-Editor

Wie laufen die Treffen ab?

Vor Beginn kann man sich in einem Aufenthaltsbereich noch ein wenig unterhalten. Auch nach dem Ende des Meetings gehen die Avatare wieder dorthin zurück, können sich verabschieden und am Aushangbrett aktuelle Infos aus der Selbsthilfekontaktstelle lesen, ganz so wie bei einem echten Meeting. Diese informellen Phasen sind ebenso wichtig für die authentische Erfahrung wie der Ablauf der Treffen selbst.

Bild: Grafik von Wald mit wartenden Avataren

Sobald das Meeting beginnt, wird mit einer Blitzlichtrunde gestartet, bei der das Mikrofon reihum geht und nur sprechen kann, wer an der Reihe ist. Alle anderen können nur mit Gesten reagieren. Hat man beim Erstellen des Meetings ein Thema für das Blitzlicht eingegeben, steht dieses an der Tafel. Im Anschluss folgt die Austauschrunde mit einem zuvor festgelegten Tagesthema. Hier sind alle Mikrofone offen, man kann frei sprechen und gestikulieren. Wenn alle etwas beigetragen haben, wird in die Abschlussrunde gewechselt. Nach Meeting-Ende gehen die Avatare gemeinsam in den Aufenthaltsraum, wo man noch plaudern kann, bevor man sich ausloggt.

Gedacht für Gruppen, gemacht für alle

Gedacht ist die App als datensichere Plattform für Selbsthilfegruppen, ehrenamtliche Initiativen und kleine Vereine, die sich (auch über Corona hinaus) nur online treffen wollen bzw. ihre Treffen durch ein virtuelles Austauschformat ergänzen möchten – etwa, um ein zusätzliches Online-Meeting neben den physischen Treffen zu haben, gemeinsam etwas vorzubereiten oder kurzfristig etwas zu besprechen. Für Menschen aus Risikogruppen oder mit seltenen Erkrankungen bietet die App eine ortsunabhängige Alternative zu Präsenztreffen.

Bild: Logo der AOK BW

Ermöglicht wurde die Entwicklung von Meeting Me durch eine Projektförderung der AOK Baden-Württemberg. Herzlichen Dank dafür!