Kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung (pauschale Förderung)

ARGE „Regionale Fördergemeinschaft Stuttgart-Böblingen“

Die regelmäßige Selbsthilfearbeit einer Gruppe (= Pauschalförderung) wird von den Krankenkassen gemeinsam gefördert. Das Land Baden-Württemberg wurde für die Förderung der regionalen Selbsthilfegruppen in 14 Regionen eingeteilt. Stuttgart gehört zu der Region Stuttgart-Böblingen. Für jede Region hat eine Krankenkasse die Federführung der ARGE. Für Stuttgart ist dies die AOK Stuttgart-Böblingen.

Mitglieder der ARGE sind:

  • AOK Stuttgart-Böblingen
  • Landesverband der Betriebskrankenkassen Baden-Württemberg
  • IKK classic, Regionaldirektion Rems-Murr
  • vdek Landesvertretung Baden-Württemberg
  • SVLFG Baden-Württemberg
  • Knappschaft, Verwaltungsstelle München

Aufgaben dieser regionalen Fördergemeinschaft sind:

  • Umsetzung der Gemeinschaftsförderung
  • Entscheidungen über die Höhe der pauschalen Förderung
  • Durchführung von einer Vergabesitzung pro Jahr
  • Verteilung der Fördermittel

Welche Gruppe kann eine Förderung erhalten?

Förderungswürdige Selbsthilfegruppen sind freiwillige Zusammenschlüsse von Menschen auf regionaler Ebene.
Die Aktivitäten dienen der gemeinsamen Bewältigung eines bestimmten Krankheitsbildes und/oder psychischer Probleme, von denen die Mitglieder selbst oder als Angehörige betroffen sind.
Ihr Ziel ist die Verbesserung der persönlichen Lebensqualität und die Überwindung der mit vielen chronischen Krankheiten und Behinderungen einhergehenden Isolation und gesellschaftlichen Ausgrenzung.

Förderfähig sind Selbsthilfegruppen, die die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Der Treffort der Selbsthilfegruppe liegt in der Region Stuttgart-Böblingen.
  • Die Gruppengröße umfasst mindestens sechs Mitglieder.
  • Die Gruppe weist eine verlässliche und kontinuierliche Gruppenarbeit und Erreichbarkeit nach z. B. regelmäßige Treffen.
  • Die Selbsthilfegruppe ist offen für neue Mitglieder.
  • Die Selbsthilfegruppe arbeitet ehrenamtlich, ohne professionelle Leitung z. B. durch Ärzte/innen, Psychotherapeuten/innen oder Heilpraktiker/innen.
  • Neue Selbsthilfegruppen haben ein Gründungstreffen durchgeführt und ihre Existenz und ihr Gruppenangebot öffentlich bekannt gemacht (z. B. bei der örtlichen Selbsthilfekontaktstelle oder in der regionalen Presse).
  • Es besteht eine neutrale Ausrichtung und Unabhängigkeit der Selbsthilfeaktivitäten von politischen, religiösen und wirtschaftlichen Interessen.
    Die Selbsthilfegruppe benennt ein eigenes Konto für die Zwecke der Gruppe.

Grenzfälle des Gesundheitsbereiches:

Gruppen, die Themen wie beispielsweise Trauer, Mobbing, Burnout, Trennung/Scheidung, Migrationsfolgen etc. behandeln, können im Einzelfall gefördert werden:

  • Voraussetzung ist, dass sich die Teilnehmer/innen regelmäßig treffen, mit dem Ziel, psychische Erkrankungen aufgrund des Gruppenthemas zu bewältigen oder zu vermeiden.
  • Die Bearbeitung der psychischen Probleme steht im Mittelpunkt der Gruppenarbeit.

Die Förderfähigkeit wird im Einzelfall geprüft.

Welche Gruppen sind nicht förderfähig?

  • Verbraucher- und Patientenberatungsstellen
  • rein virtuelle Selbsthilfegruppen
  • Arbeitsgruppen und Arbeitskreise von Selbsthilfegruppen
  • von Professionellen geleitete Gruppen
  • Patientenschulungsmaßnahmen, Funktionstraining und Rehabilitationssport
  • Therapiegruppen
  • primärpräventive Maßnahmen / Präventionskurse
  • Soziale Selbsthilfegruppen, die nicht gesundheitsbezogen arbeiten, sondern soziale Belange bzw. bestimmte Personengruppen ansprechen, wie z. B. Alleinerziehende, Senioren, Berufsgruppen, Bürger-, Stadtteilinitiativen etc.

Antragsstellung:

  • Für das jeweilige Förderjahr kann pro Selbsthilfegruppe nur ein Förderantrag gestellt werden. Hier geht’s zum Antragsformular und zu den Nebenbestimmungen: Antragsformular
  • Der Antrag muss bis zum 31.03. des Jahres bei der örtlich zuständigen Regionalen Fördergemeinschaft eingehen.
  • Neugegründete Selbsthilfegruppen können ihren Antrag bis zum 31.10. des Jahres einreichen und erhalten Anschubfinanzierung.
  • Rechtsanspruch auf eine Förderung nach § 20h SGB V und auf eine bestimmte Förderhöhe besteht nicht.
  • Antragsannehmende Stelle ist die Regionale Fördergemeinschaft Stuttgart-Böblingen
    c/o AOK – Die Gesundheitskasse Stuttgart-Böblingen
    CompetenceCenter Sozialer Dienst
    Frau Stefanie Rieger
    Breitscheidstr. 18
    70176 StuttgartDie Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen wird dann unter Mitwirkung von VertreterInnen der Selbsthilfe über die Anträge beraten. Die Entscheidung über die Anträge und die Auszahlung der Fördermittel erfolgen bis Ende des 2. Quartals, sofern die Unterlagen vollständig sind.

Was wird gefördert?

  • Raumkosten/Miete für regelmäßige Gruppentreffen in angemessenen Rahmen
  • Büromaterial, Porto, Telefon und Internetkosten, sowie Fachliteratur zum Gruppenthema
  • Mobiliar und technische Geräte (Anschaffung/Miete) wie PC, Drucker, Beamer oder Büromöbel
  • Regelmäßige Veranstaltungen z. B. Mitgliederversammlungen, Infostände
  • Öffentlichkeitsarbeit: Pflege der Homepage, Wiederauflage von Flyern, Plakaten, Broschüren, Mitgliederzeitschriften
  • Fahrtkosten für Besuchsdienste z. B. Beratungen in Kliniken, Krankenbesuche
  • Qualifizierung: Teilnahmegebühren, Fahrt- und Übernachtungskosten für den Besuch von Seminaren, Kongressen, Fortbildungen, Vorträge
  • Beiträge der Gruppe für Landes- und/ oder Bundesorganisationen
  • Gremiensitzungen: Bei der Teilnahme an Gremiensitzungen (z. B. Verein, Bundes-, Landes- oder Kreisverband) sind die Fahrt- und Übernachtungskosten förderfähig.

Was ist nicht förderfähig?

  • Mietkosten für Gymnastikräume, Schwimm- und Turnhallen, sowie Privaträume
  • gesellige Aktivitäten
  • Verpflegung, Arbeitsessen
  • gemeinsame Freizeitaktivitäten der Gruppe
  • therapeutische und sportliche Maßnahmen
  • Fahrtkosten zu regelmäßigen Gruppentreffen
  • Mitgliedsbeiträge einzelner Gruppenmitglieder für Landes-/Bundesorganisationen

Vertretung der Selbsthilfe im Vergabeausschuss:

Die Neuregelung des § 20h SGB V schreibt vor, dass die Selbsthilfe beratend bei der Vergabe der Fördermittel mitwirkt.

Die Krankenkassen für die Förderregion Stuttgart-Böblingen haben entschieden, dass es jeweils einen Vergabeausschuss für Stuttgart und einen Vergabeausschuss für Böblingen gibt. Außerdem haben sie entschieden, dass in diesen Vergabeausschüssen jeweils eine VertreterIn der Selbsthilfekontaktstelle und drei VertreterInnen von Selbsthilfegruppen sitzen. Diese sprechen stellvertretend für alle Selbsthilfegruppen und müssen demokratisch gewählt sein.

Gewählte SelbsthilfevertreterInnen für Stuttgart:

  • Herr Bretschneider (Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe e. V.)
  • Hans Leipold (Selbsthilfegruppe Heumaden)
  • Herr Möller (SHG Schlafapnoe/Atemstillstand Großraum Stuttgart e. V.)

Die Amtszeit ist befristet bis Ende 2019. Falls Sie Kontakt zu den VertreterInnen aufnehmen möchten, erhalten sie die Kontaktdaten von KISS Stuttgart.


Zum Ausdrucken: