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Menschen sitzen auf Stühlen mit 1,5 Meter Abstand zueinander

Die KISS ist wieder geöffnet!

Ab dem 18.05. dürfen sich laut Verordnung des Landes Baden-Württemberg gesundheitsbezogene Selbsthilfegruppen wieder mit mehr als 5 Personen treffen, wenn geeignete Maßnahmen zum Schutz vor Infektionen getroffen werden. Alle anderen Selbsthilfegruppen/selbstorganisierten Initiativen dürfen sich bis maximal 10 Personen im privaten Raum treffen.

Das heißt für die KISS:

  • Selbsthilfegruppen können sich unter Einhaltung unserer Hygienemaßnahmen wieder treffen.
  • Für die Persönliche Beratung bitten wir um Terminvereinbarung. Telefon- und E-Mailberatung sind weiterhin, wie üblich, möglich.
  • Zugang zu einer Gruppe ist nur durch vorherige Anmeldung bei der Kontaktperson einer Gruppe möglich (die Kontaktdaten können bei uns erfragt werden), da die Gruppentreffen im Moment nicht in gewohnter Weise stattfinden können.

Ein eigenes Hygienekonzept müssen Selbsthilfegruppen zurzeit nicht erstellen. Im eigenen Interesse sind bei den Gruppentreffen jedoch Schutzmaßnahmen sinnvoll, für die wir Empfehlungen erarbeitet haben.

Weitere Infos

(zuletzt aktualisiert am 27.05.2020)


Mehr zum Thema


Weitere Informationen

  • Aktuelle Nachrichten zur Situation in Stuttgart, verfügbar in verschiedenen Sprachen, Leichter Sprache und Gebärdensprache:
    www.stuttgart.de/coronavirus
  • Informationen zum Thema Coronavirus in Einfacher und Leichter Sprache sowie in Gebärdensprache:
    www.aktion-mensch.de/corona-infoseite.html
  • Umfangreiche wissenschaftlichen Hintergrundinformationen zur Corona-Pandemie finden sich auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts:
    www.rki.de

Herzlich willkommen auf unserer bunten Seite! Hier wurden (sowie auf Facebook, Instagram und Twitter) Tipps und Gedanken eingestellt, um den Alltag etwas bunter zu machen.


Wir sagen Tschüss – letzter Eintrag

22.05.2020

Genau vor zwei Monaten ging hier der erste Beitrag online, um den Alltag in der Corona-Zeit etwas bunter zu machen. Viele virtuelle Alternativen entstanden, es wurde getanzt, gebacken, musiziert und noch vieles mehr. Wir danken allen Menschen, die Ihre Gedanken und Ideen mit uns geteilt haben.

Inzwischen ist schon Mai und wie im März gibt es Änderungen im öffentlichen Leben, heute sind es allerdings schrittweise Lockerungen, die wie damals, neue Herausforderungen mit sich bringen. Daher ist dieser Eintrag der letzte auf der bunten Seite. Wir hoffen, dass wir Sie inspirieren konnten.

Zuletzt sind wir Ihnen aber noch eine Auflösung schuldig:
Die Lösung vom Rätsel vom 18.05. gibt es hier.


Ausstellung: Dein Objekt für übermorgen

18.05.2020

Das Landesmuseum Württemberg wagt eine digitale Ausstellung der besonderen Art. Stellen Sie sich vor, das Landesmuseum würde in 15 Jahren eine Ausstellung zum Thema „Die Corona-Pandemie in Württemberg 2020“ machen. Welche Gegenstände sollten ausgestellt werdem? Was würde unsere heutige Situation besonders anschaulich vermitteln?

Seit Anfang April konnten Interessierte ihre eigenen „Kunstwerke“ einreichen. Aus diesen wurde jeden Tag ein „Objekt des Tages“ gekürt. Auf der Internetseite www.lmw-corona-alltag.de können die virtuelle Ausstellung und alle Einsendungen begutachtet werden.


Das Freitagsrätsel

15.05.2020

Dieses Rätsel ist ein Rebus. Wir suchen ein Wort, das aus diesen Bildern gebildet wird. Dabei werden Buchstaben weggelassen oder ersetzt. Welches Wort suchen wir?

Die Lösung zum Rätsel vom 08.05. gibt es hier.


Bild: blühender Apfelbaum

13.05.2020

Beitrag eingesendet von anonym.

Bild: Apfelbaum blüht

Artikel: Yuval Noah Harari: Die Welt nach dem Coronavirus

11.05.2020

Der Sturm wird vorüber gehen. Aber die Entscheidungen, die wir jetzt treffen, könnten unser Leben für die Jahre, die kommen werden, verändern.

Yuval Noah Harari
 

Der Historiker und Bestseller-Autor Yuval Noah Harari schreibt in seinem lesenswerten Artikel über die Welt nach dem Coronavirus. Im Original auf englisch hier zu lesen. Wir haben den Bericht auf deutsch übersetzt, zu lesen im PDF-Format hier.


Das Freitagsrätsel

08.05.2020

Bild: Streichholzrätsel

Die Lösung zum Rätsel vom 01.05. gibt es hier.


Beitrag: Wie beschäftigt sich Selbsthilfe von zuhause?

06.05.2020

Beitrag von Regina Steinkemper, Bereichsleitung Bürgerschaftliches Engagement, Selbsthilfe und Gesundheit beim Paritätischen Baden-Württemberg

Wie beschäftigt sich Selbsthilfe von zuhause?

Da aufgrund des sozialen Abstandsgebots in der aktuellen Corona-Krise die Fachgruppensitzungen und Treffen der Selbsthilfe im Paritätischen wohl für längere Zeit nicht stattfinden können, haben wir begonnen, uns auf den verschiedenen verbandlichen Ebenen über Telefon- und Videokonferenzen auszutauschen, was erstaunlich gut geht und wohl dieses externen Anstoßes bedurfte, dass nun in der Praxis die Scheuklappen gegenüber zu viel Digitalem abgelegt werden konnten.

Bei unserem ersten Hackathon der Sozialwirtschaft am 17./18.04.2020, an dem auch einige Selbsthilfegruppen teilnahmen, haben wir aus mehreren Verbänden heraus mittels eines Videokonferenzsystems an kreativen Lösungen gearbeitet, um Betroffene weiterhin zu erreichen, zu begleiten und zu unterstützen.

Herausgekommen ist dabei für den Bereich der Selbsthilfe u.a. die Plattform „MAGIEE – eine Online-Plattform für Eltern von Kindern mit Beeinträchtigungen“, die  sogar prämiert wurde. Dort erhalten hilfesuchende Eltern Informationen zu sozial-rechtlichen Fragen, Schule, Betreuung, finanzieller Unterstützung auch durch Experten und Verbände. Außerdem können sie sich auf dem Portal mit anderen Eltern austauschen oder ehrenamtliche Unterstützung suchen. Der link dazu: www.devpost.com/software/portal-magiee-fur-eltern-fur-kinder-mit-beeintrachtigungen

Soziale Nähe real und digital herzustellen – das wird in der nahen und weiteren Zukunft der sozialen Arbeit eine große Herausforderung bleiben, auch und gerade in der Selbsthilfe. Der Paritätische arbeitet daran – machen Sie mit!


Das ITFS – Internationales Trickfilm Festival Stuttgart in neuem Form

04.05.2020

Morgen startet das 27. Internationale Trickfilm Festival ITFS.
Normalerweise groß auf dem Schlossplatz gibt es dieses Jahr eine ganz neue Form des ITFS, nämlich auf digitalem Weg, die aber nicht minder kleiner ist! Bis zum 10. Mai gibt es tägliche sowohl im freien, als auch im kostenpflichtigen Bereich Livestreams mit Workshops, Interviews, Kurzfilmen und Preisverleihungen. Nähere Infos zum Livestream und zum Programm gibt es unter www.itfs.de/programm/onlinefestival


Das Freitagsrätsel

01.05.2020

Unsere KISS-Logos sind uns ausgegangen und wir mussten Neue drucken. Beim Ausschneiden fällt uns auf, dass unsere Schere leider kaputt ist und wir nur drei letzte gerade Schnitte machen können, bevor die Schere endgültig auseinander fällt. Wie müssen die drei geraden Schnitte gesetzt werden, damit wir am Ende sieben Einzelteile mit jeweils einem Logo erhalten?

Bild: KISS Logos unterschiedlich angeordnet

Die Lösung zum Rätsel vom 22.04. gibt es hier.


Ministerpräsident Kretschmann liest den Grüffelo

30.04.2020

Ostern ist zwar schon ein wenig her, aber für schöne Geschichten ist immer Zeit! Ministerpräsident Kretschmann hat als Ostergeschenk sein Lieblingsbuch Grüffelo für große und kleine Kinder vorgelesen. Das Video kann online angesehen und -gehört werden. Eine kleine Reise in eine andere Welt. Hier geht’s zum Video.


Video: Jonglieren mit drei Bällen

29.04.2020

Was fängt man mit so viel Zeit an? – Genau! Man kann jonglieren lernen! Und wer nicht weiß, wie zu starten, der findet hier eine tolle Erklärung vom Zirkus Paletti. Denn Jonglieren hält nicht nur Arme, sondern auch unser Gehirn fit.


Nikitas Notizen – „Normale Gefühle“

28.04.2020

„Unser Gesellschafts-Spiel ging in die Pause, als alle Mitspieler*innen in den Shutdown abgetreten sind. Wenn uns der Gong wieder rein ruft – oder besser gesagt wieder raus – beginnt ein neuer Akt mit neuen Handlungen.“

Nikita Gorbunov
 
Bild: Foto Nikita Gorbunov mit Notizbuch

Erneut schreibt der Stuttgarter Autor Nikita Gorbunov für uns einen Text über seine Sicht auf das Leben im Ausnahmezustand und über das Miteinander in Zeiten des Social Distancing.

Wenn eines Tages wieder die Rückkehr zur Normalität erfolgt … Heute geht es darum, ob alles das, was vor der Krise normal war, auch nach der Krise normal bleiben kann oder soll.

www.kiss-stuttgart.de/nikita-gorbunov


Bibliothek für Schlaflose

27.04.2020

Bild: Bücherstapel

Wer Nachts unkompliziert an ein Buch kommen möchte, wird bei der Stadtbibliothek am Mailänder Platz fündig. Dort gibt es im Windfang des Osteingangs einen intelligenten Medienschrank mit 34 Fächern, aus dem rund um die Uhr kontaktlos ein wechselndes Medienangebot ausgeliehen werden kann. Natürlich auch tagsüber nutzbar 😉


Erics Tanztee

26.04.2020

Jetzt gibt es keine Ausreden mehr, das Tanzbein nicht zu schwingen! Eric Gauthier verwandelt die fast vergessene Veranstaltung eines Sonntagnachmittag-Tanztees zusammen mit „bwegt“ in ein modernes Format und präsentiert in kurzen und unterhaltsamen Videos Standard- und Lateintänze mit leichten Schrittfolgen. Mitmachen kann jede*r. Schnappen Sie sich eine*n Partner*in und los geht’s. Getanzt werden Salsa, Rumba, Discofox, Walzer, Cha-Cha-Cha und vieles mehr.
Die Videos sind bei bwegt auf Instagram, Facebook, YouTube und über die bwegt-Website abrufbar. Passende Musik gibt es in der #bwegttanzt Spotify-Playlist.


Online-Stadtführungen: Stuttgart von zu Hause

25.04.2020

Bild: Stuttgart vom Fernsehturm aus

Stuttgart entdecken ohne einen Fuß vor die Tür setzen zu müssen, das ermöglichen jetzt virtuelle Stadtführungen. Stuttgart Tourist nimmt uns mit und zeigt uns tolle Orte, die Lust auf einen realen Besuch machen. Auf der Seite gibt es darüber hinaus aber auch noch tolle andere Hinweise, wie wir uns Stuttgart näher nach Hause holen können. Hier geht’s zu den Angeboten.


Das Freitagsrätsel

24.04.2020

Hier ist beim Eintopfen wohl etwas durcheinander gekommen.
In jedem Topf befinden sich sechs Buchstaben. Aus jedem Topf wird ein Buchstabe genommen. Diese Buchstaben ergeben aneinandergereiht von links nach rechts insgesamt sechs Dinge, die in der Gartenarbeit gebraucht werden. Was für Hilfsgeräte werden gesucht?

Bild: verschiedene Blumentöpfe mit Buchstaben drin

Die Lösung zum Rätsel vom 17.04.2020 gibt es hier.


Bild: Sternenhimmel

23.04.2020

Wir danken Frau Trump für diesen Beitrag.

Bild: selbstgemaltes Bild von einem Sternenhimmel

Spendenaktion für bedürftige Menschen

22.04.2020

Die Stuttgarter Zeitung und die Stuttgarter Nachrichten unterstützen mit ihren beiden Spendenaktionen „Hilfe für den Nachbarn e. V.“ und „Aktion Weihnachten e. V.“ über einen gemeinsamen Fonds bedürftige Menschen. Über karitative Partnerorganisationen können Menschen einen Spendenantrag stellen lassen.

Seit dem Spendenaufruf am 04. April sind bereits mehr als 400 000 Euro zusammen gekommen, womit Menschen in Not untersützt werden und die Existenz der „Schwäbischen Tafel“ mit ihren vier Tafelläden für zwei Monate gesichert werden konnte. Ein toller Erfolg der Corona-Soforthilfe.

Um auch weiter neue Wege in der Unterstützung von hilfsbedürftigen Menschen zu gehen, rufen beide Benefizaktionen deshalb zu Spenden für Menschen auf, die ohnehin schon bedürftig sind und durch die Corona-Krise noch weiter in eine finanzielle Schieflage zu geraten drohen. Und beide sind stolz darauf, dass sie jeden Cent an die bedürftigen Menschen weitergeben können. Alle Unkosten werden von StZ und StN getragen. Wer auch spenden möchte, kann dies über das Konto von Hilfe für den Nachbarn. Gemeinsam wird von den Aktionen entschieden, für welche Verwendungszwecke sie vergeben werden.

Spendenkonto:
„Hilfe für den Nachbarn“ e.V.
IBAN: DE53 6005 0101 0002 2262 22
Baden-Württembergische Bank
BIC/SWIFT: SOLADEST600
Kennwort „Corona-Soforthilfe“

Sachspenden können nicht angenommen werden. Wer Geräte spenden möchte, kann dies ­online einfach und schnell über die Stadt Stuttgart unter der Adresse: www.verschenkmarkt-stuttgart.de


Nikitas Notizen – „Buddha Corona.“

21.04.2020

„Ich musste mich erst in diesen Kokon aus vorgenommenen Büchern, selbst geölten Tischplatten und Back-Hybris einspinnen, um zu dem Schmetterling zu reifen, der Ihnen heute diese Zeilen entgegenflattert: Ich sah die Hefe verschwinden, doch sie wurde als surrealer 100-Gramm-Aufschnitt wiedergeboren. Ich hörte irgendwelchen Stars beim Singen zu, aber wundere mich heute über die ganze Idee von „Prominenz“. Ich lauschte dem Drosten bis zum Rosten und ich kam davon los. Ich bin jetzt Buddha-Corona, mein Wahnsinn verdoppelt sich nur noch alle 21 Tage.“

Nikita Gorbunov
 
Bild: Foto Nikita Gorbunov mit Notizbuch

Jeden Dienstag schreibt der Stuttgarter Autor Nikita Gorbunov für uns einen Text über seine Sicht auf das Leben im Ausnahmezustand und über das Miteinander in Zeiten des Social Distancing.

Dieses Mal fasst er in Worte, wie es sich anfühlt, wenn das digitale Leben das echte Leben nachstilisiert und ein Meer aus freier Zeit unaufhaltsam verdunstet.

www.kiss-stuttgart.de/nikita-gorbunov


Artikel: Eine Stimme aus der Zivilgesellschaft

20.04.2020

Die Maecenata Stiftung veröffentlicht regelmäßig die Kolumne „Eine Stimme der Zivilgesellschaft“. Einer der interessanten Beiträge ist der von Rupert Graf Strachwitz und beschäftigt sich mit der Wichtigkeit der Zivilgesellschaft, gerade auch in der derzeitigen Ausnahmesituation. Sie können den Artikel hier lesen.


Buch: Kleine Mutmacher-Geschichten

19.04.2020

Bild: zwei Marienkäfer auf Gras

Alltägliche Glücksmomente bewusster wahrnehmen und den Mut in einer schwierigen Zeit nicht verlieren, darum geht es in den Kurzgeschichten der zwei Büchlein.

Die kleinen Büchlein mit je 7 Mutmacher-Geschichten wurden von der Regionalen Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe in Cottbus herausgegeben. 

Sie können online unter: www.selbsthilfe-cottbus.de/projekte heruntergeladen und direkt gelesen werden.


Beitrag: Jede*r ist Künstler*in

18.04.2020

Kunst geht auch in den eigenen vier Wänden.
Dass nicht nur große Künstler*innen museumswert sind, zeigt das Getty-Museum in Los Angeles und hat auf Twitter Kunstliebhaber*innen dazu aufgerufen, berühmte Gemälde zuhause nachzuahmen. Bei den neu interpretierten Kunstwerken stehen nun teilweise ganz untypische Dinge im Vordergrund. Die Stuttgarter Zeitung gibt einen Einblick über die sehr sehenswerten innovativen Nachstellungen unter www.stuttgarter-nachrichten.de


Das Freitagsrätsel

17.04.2020

Bild: Rätsel, die Toilettenpapierrollen. (Achtung, ausgedachtes Rätsel! Es gibt keinen realen Korb in der Tübinger Straße!) In der Tübinger Straße wird jeden Morgen ein Korb mit Toilettenpapierrollen aufgestellt. Aus diesem Korb können Menschen für sich und ihre Familien Toilettenpapier herausnehmen. Damit aber der Korb nicht schon vom ersten Besucher komplett geleert wird, darf jede*r nur ein Drittel mitnehmen. An diesem Tag waren zwei Frauen und ein Mann gekommen und jeder von ihnen hatte 1/3 der Toilettenpapierrollen mitgenommen. Als die KISS am Abend den Korb wieder hereinholte, waren noch acht Toilettenpapierrollen im Korb. Wie viele waren es am Morgen?

Die Lösung zum Rätsel vom 10.04.2020 gibt es hier.


Lieblingslokal unterstützen

16.04.2020

Die Corona-Krise bringt viele Cafés, Bars und Restaurants an ihre Existenzgrenze. Unter www.lokal-support.de/stuttgart/ kann jede*r seinen/ihren Lieblingsort jetzt mit einem kleinen Trinkgeld unterstützen. 90 Lokale sind schon dabei. Und um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie viel Trinkgeld wir normalerweise ohne Ausgangssperre in dieser Zeit ausgegeben hätten, können wir mit dem “Wie viel Trinkgeld hätte ich ohne Corona liegen lassen” Rechner genau dies tun.


App: Corona-Datenspende

15.04.2020

Bild: Fitnessuhr

Wer ein Fitnessarmband oder eine Smartwatch hat, kann das Robert-Koch-Institut mit einer Datenspende dabei unterstützen, die Ausbreitung des Corona-Virus besser einschätzen zu können. Die pseudonyme App sendet verschiedene Daten, die über das Armband gesammelt werden, an das Robert-Koch-Institut. Neuartige Algorithmen können in diesen Daten verschiedene Symptome erkennen, die unter anderem mit einer Coronavirus-Infektion in Verbindung gebracht werden. Diese Ergebnisse werden dann geografisch aufbereitet und helfen den Wissenschaftler*innen zustäzlich die aktuelle Lage besser bewerten zu können.

Mehr Infos finden Sie unter www.corona-datenspende.de


Nikitas Notizen – „Giant Leap for Mankind, Major Tom“

14.04.2020

„Starren Sie auch auf Ihren Bildschirm und warten auf ein Signal? Echte Astronauten werden total nach ihrer seelischen Belastbarkeit ausgesucht und mental geschult, bevor man sie so einer Isolation übergibt. Astronauten steigen immer schon nur als ganzer Haushalt in ihre Kapseln. Hinter ihnen brennt die alte Realität donnernd davon, vor ihnen spannt sich das Ungewisse. Und alles im Grunde nur, um zu sehen, ob man das so machen kann.“

Nikita Gorbunov
 
Bild: Foto Nikita Gorbunov mit Notizbuch

Jeden Dienstag schreibt der Stuttgarter Autor Nikita Gorbunov für uns einen Text über seine Sicht auf das Leben im Ausnahmezustand und über das Miteinander in Zeiten des Social Distancing.

Wie sich das Leben in diesen Tagen anfühlt, beschreibt er in dieser Ausgabe mit einer kosmischen Analogie: ein Flug in den Weltraum, ein Navigieren durch Schwerelosigkeit und die totale Abhängigkeit von gewissenhaft rechnenden Experten.

www.kiss-stuttgart.de/nikita-gorbunov


Beitrag: Zitat von Nelson Mandela

13.04.2020

„Der Friede sei heute mit dir.
Mögest du darauf vertrauen, dass du genau dort bist, wo du sein sollst.
Vergiss nicht die unendlichen Möglichkeiten, die in dir und anderen geschaffen wurden.

Mögest du die Gaben, die du erhalten hast, nutzen und die Liebe, die du bekommen hast, weitergeben.

Sei zufrieden mit dir selbst, so wie du bist.
Lass diese Gewissheit tief in dich eindringen und erlaube deiner Seele die Freiheit zu singen, tanzen, lobpreisen und lieben.
Das gilt für jeden von uns.“

Nelson Mandela
 

Postkarte: Ostern

12.04.2020

Wir danken Frau Lienhart für die Bereitstellung dieses Bildes.
Andrea Lienhart zeichnet all ihre Bilder mit der linken Hand. Die kleinen Zeichnungen wollen Mut machen, aufmuntern und zum Nachdenken anregen. Vor allem aber wollen sie Botschaften sein, die von Herzen kommen – und ins Herz gehen.
Weitere Infos gibt es unter www.lien-art.de


Plattform: Kultur in Stuttgart online

11.04.2020

Museum, Kino, Oper oder Konzert. All das und noch viele andere kulturelle Angebote sind derzeit persönlich nicht mehr möglich. Viele Institutionen wollten das aber nicht so einfach hinnehmen und veranstalten nun auf digitalem Weg tolle Konzerte und Vorstellungen. Stuttgart.tourist hat all diese Angebote gesammelt und zusammengestellt. Wer also mal von der Couch aus Verdi hören möchte, wird hier bestimmt fündig.

Die Infos finden Sie unter www.stuttgart-tourist.de/online-angebote-von-kulturinstitutionen


Das Freitagsrätsel

10.04.2020

Passend zu Ostern sind uns ein paar Schafe begegnet.

Bild: verschiedene Schafe

Die Lösung des Rätsels vom 02.04.2020 gibt es hier.


Hackathon für die Soziale Arbeit

09.04.2020

Bild: Logo Care hackt Corona

Was ist eigentlich ein „Hackathon“? Das ist eine Veranstaltung, die meist 1 – 2 Tage dauert, und bei der freiwillig teilnehmende Kreativ-Profis und Experten Probleme lösen und Ideen für Herausforderungen entwickeln, die vorab öffentlich eingereicht werden können.

Die durch COVID19 nötigen Einschränkungen und Verordnungen treffen viele Bereiche der Sozialen Arbeit und Wohlfahrt hart. Einrichtungen müssen geschlossen bleiben, einige werden aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr öffnen können. Hochqualifizierte Fachkräfte aus verschiedenen Arbeitsbereichen können nicht aktiv eingesetzt, zahlreiche Präsenzangebote müssen in kürzester Zeit digital angeboten werden. All das stellt die Soziale Arbeit, Gesundheitswirtschaft und Wohlfahrt vor massive Herausforderungen, wenn sie ihren Auftrag, die Begleitung, Beratung und Unterstützung ihrer Klient*innen, erfüllen will.

Dieser Herausforderung können wir nur gemeinsam begegnen. “Wir” steht dabei sowohl für Fachkräfte der Sozialen Arbeit und Wohlfahrt als auch für Engagierte und Interessierten, die an kreativen Lösungen für die anstehenden Aufgaben mitwirken wollen.

Weitere Infos zum Hackathon vom 17.04. – 18.04.20:

www.kiss-stuttgart.de/carehacktcorona


Postkarte: Aus Anstand Abstand halten

08.04.2020

Das Wetter ist schön und soll auch so bleiben, doch überall verfolgt uns das Thema in unseren Köpfen: Abstand!
Folkmar Schiek und Reinhold Weinmann wollen das Thema auf kreativem Weg in die Öffentlichkeit tragen und zeigen auf ihren Postkarten, was alles zum Abstand halten genutzt werden kann. Mit der Aktion wollen sie das Bewusstsein in der Öffentlichkeit weiter fördern und fordern „Aus Anstand Abstand halten“. Die Karten liegen in verschiedenen Geschäften in Vaihingen und Umgebung bis Juni aus. Gleichzeitig sammeln die zwei Ehrenamtler für ihre Karten Spenden, die sie am Ende des Projektes an die Lebenshilfe Stuttgart e. V. spenden möchten. Wer die Aktion unterstützen will, kann mit Hr. Schiek, Tel. 0711 78285660, E-Mail fschiek@gmx.de in Kontakt gehen.

Bild: verschiedene Menschen halten Abstand voneinandern

Nikitas Notizen – „Baby Shower“

07.04.2020

„Wir sind in Polen, in Stuttgart, in Berlin, im Süden Brasiliens, in den USA und stellen fest, dass wir alle mehr backen als zuvor. Vielleicht beruhigt es Sie, zu hören, dass es in Brooklyn genauso wenig Mehl zu kaufen gibt wie in Bad Cannstatt.“

Nikita Gorbunov
 
Bild: Foto Nikita Gorbunov mit Notizbuch

Jeden Dienstag schreibt der Stuttgarter Autor Nikita Gorbunov für uns einen Text über seine Sicht auf das Leben im Ausnahmezustand und über das Miteinander in Zeiten des Social Distancing.

Diesmal geht es um Zoom-Meetings internationaler Freundeskreise, den ansteckenden Optimismus fröhlicher Kacheln und den wahrscheinlichen Namen der Generation, die in diesen Tagen auf die Welt kommt.

www.kiss-stuttgart.de/nikita-gorbunov


Rezept: Mutmacher Kekse

06.04.2020

gefunden bei unseren Kolleg*innen der SEKO Bayern.

Zutaten: 

  • 250 g Butter
  • 150 g Zucker
  • 1 Vanillinzucker
  • 2 Eigelb
  • 2 EL Süße Sahne
  • 1 Fläschchen Butter-Vanille-Aroma
  • 300 g Mehl
  • 70 – 100 g Rosinen
  • 100 g Mandelblättchen

Zunächst Butter, Zucker und die flüssigen Zutaten gut verrühren. Dann Mehl, Rosinen und Mandelblättchen unterrühren, evtl. den Teig mit Knethaken fertigstellen.
Mit 2 Teelöffeln ca. 55 – 60 Kekse auf Backbleche setzen, dabei die Rosinen möglichst im Inneren des Teiges „verstecken“, damit sie beim Backen nicht trocken werden.
Bei 175 Grad (bzw. 160 Grad Heißluft) ca. 15 Minuten backen. Die Kekse nach Belieben mit Puderzucker bestreuen! 

Viel Spaß beim Backen!


Stuttgart musiziert: Gute Laune, auch wenns manchmal schwerfällt!

05.04.2020

Die deutschlandweite Aktion der Balkon-Konzerte an den letzten beiden Sonntagen hat so viel gute Laune versprüht, dass die Aktion nach Wiederholung schreit! Heute, Sonntag 5. April, soll ab 18 Uhr in Stuttgart und darüber hinaus wieder Beethovens „Ode an die Freude“ erklingen. Mitglieder der Stuttgarter Philharmoniker, des Stuttgarter Kammerorchester und des Staatsorchester Stuttgart spielen von ihren Privatwohnungen aus ein gemeinsames Konzert und Sie sind herzlich eingeladen, mitzuspielen bzw. mitzusingen. Öffnen Sie um 18 Uhr die Fenster und Balkontüren und stimmen Sie in das „Ode an die Freude“-Konzert in D-Dur ein.

Damit möglichst viele Menschen von dieser Aktion profitieren, rufen wir dazu auf, die musikalischen Darbietungen zu filmen unter dem Hashtag #stuttgartmusiziertdaheim in den sozialen Medien zu teilen.

www.staatsoper-stuttgart.de/spielplan/stuttgart-musiziert-daheim


Tipps für Angehörige von Demenzkranken

04.04.2020

Angehörige von Menschen mit Demenz sind durch die aktuelle Situation extrem belastet. Das gilt für jene, die daheim pflegen ebenso wie für Menschen deren Angehörige in Heimen sind.

Angehörige von Menschen mit Demenz finden Anregungen und Hilfen unter www.alzheimer-bw.de/demenz-mehr-erfahren/aus-der-beratung. Weitere Informationen gibt es auch bei der der Alzheimer Gesellschaft, telefonisch unter 0711 24839663 und per Mail unter beratung@alzheimer-bw.de.


Das Freitagsrätsel

03.04.2020

Es ist wieder Freitag und das heißt hier auf der bunten Seite: Rätseltag. Also alle Hirnzellen aktivieren und knobeln, was das Zeug hält.

Nächste Woche finden Sie hier die Auflösung und das nächste Rätsel.

Die Lösung vom letzten Rätsel vom 27.03.20 finden Sie hier.

Bild: bunte Formen hintereinander

Persönliche Gedanken zum seelischen Gesundbleiben

02.04.2020

Beitrag von Jenny, die eine Selbsthilfegruppe in Stuttgart besucht, und hier ihre Gedanken mit uns teilt.

Hallo, ich bin Jenny, 37 Jahre. 2012 hatte ich Leukämie.
Was hat das jetzt mit dem Corona Virus zu tun? Ich möchte euch meine Erfahrungen berichten, über die Einsamkeit und das, was ich für mich entdeckte, als ich schwer krank war und ich kaum noch weiter wusste. So wie jetzt in dieser Zeit, in der wir alle auf Abstand gehen müssen, um nicht auch krank zu werden.
Ohne großartig darüber nach zudenken, ging ich damals immer wieder raus in den Wald, hörte die Stimmung der Natur, sammelte das, was es gab. Holz, Steine, Tannenzapfen, unbewohnte Schneckenhäuser. Zu Hause säuberte ich alles, malte auf den Strukturen des Holzes, der Steine und Schneckenhäuser, es verging viel Zeit, die ich kaum bemerkte. Wie eine Art Meditation. Warum?
Weil ich mitten drin war. Diese Momente inspirierten mich. Es war meine kreative Krisen-Phase. Und sie war wohltuend.
Die Schritte können ja nur gut für die Seele sein: zuerst raus gehen in die Natur, Natur sammeln, dabei bin ich beweglich, auch ein Staunen, ein in sich kehren mit Freude, und es zu guter letzt ins Haus tragen und seinen Wert eröffnen als den Wertvollsten Schatz, mit all seinen Strukturen, den ich gerade gesammelt habe und ihn mit meiner kleinen Kunst veredelt habe.
Die andere Geschichte ist diese,als ich bei meinen Eltern zu Hause in meiner Krankheitsphase wieder eine Weile wohnte, war es sehr beengend.
Also ging ich auch wieder raus in die Natur. Nur was machte ich am Abend? Es war wirklich eine verdammt schwierige Zeit. Da meine Eltern sehr überfordert waren und ich somit auch. Vor allem wenn sie laut sich berauschten mit Fernsehen am Abend. Als ich das Badezimmer betrat und mich im Spiegel betrachtete, fing ich an anders zu gucken. Da mir das nicht gefiel, machte ich ganz unterschiedliche Grimassen. Damals schaute ich Mr. Bean an. Ich fand seinen Gesichtsausdruck einfach sehr anregend 🙂
Nun, als ich vor dem Spiegel stand, fiel er mir ein, und so ging ich in die Rolle von Miss Bean. Ich kann nur sagen, meine Grimassen am Abend im Badezimmer haben mich heiter werden lassen. Ich konnte nur noch lachen und das über mich selbst. Wie eine kreative, eigene Therapie, die ich mich im tiefen Sinne berührte, und ich konnte mit besten Gewissen schlafen gehen ;))
Vielleicht ist es für uns wirklich ein Signal, in so einer schweren Krise lebendiger im Kreativen bis hin zu natürlichen Wegen uns zu bewegen und begegnen. Wir können alle eine Schnecke mit ihren geschmeidigen Tempo beobachten oder sie zertreten, wenn wir nicht auf die Erde geschaut haben. Was ist für uns der Sinn des Lebens? Und was bedeutet für uns Schönheit? Viele Sinnesfragen sind jetzt dran, oder nicht? Für mich schon.

Jenny
 

Bild: Be happy

01.04.2020

Beitrag von Frau Trump, SHG HIT

Bild: gemalte Bienen mit Gedicht

Nikitas Notizen – die neue Dienstagskolumne

31.03.2020

„Niemand weiß, was zu tun ist. Wir reden drüber und finden Gewissheiten nur ineinander.“

Nikita Gorbunov
 
Bild: Foto Nikita Gorbunov mit Notizbuch

Nikita Gorbunov ist Autor, Bühnenpoet, Musiker, Theatermacher – und wie wir alle gerade viel zu Hause. Er lebt im Herzen Stuttgarts, in Laufweite zur KISS, und engagiert sich seit Jahren in der selbstorganisierten Initiative ausdrucksreich e. V., einem Stuttgarter Verein zur Sprach- und Sprechkompetenzförderung.

Jeden Dienstag schreibt er für uns einen Text über seine Sicht auf das Leben im Ausnahmezustand und über das Miteinander in Zeiten des Social Distancing.

www.kiss-stuttgart.de/nikita-gorbunov


Neue Plattform „Corona: Engagiert in Stuttgart“

30.03.2020

„Es ist großartig zu sehen, wie solidarisch die Stuttgarterinnen und Stuttgarter auf die Corona-Krise reagieren. Innerhalb kürzester Zeit entstanden auf unterschiedlichen Wegen viele verschiedene Hilfsangebote. Hierfür ein großes und herzliches Dankeschön!“

Landeshauptstadt Stuttgart, Koordinierungsstellen Bürgerschaftliches Engagement
 

Bild: Logo Corona: Engagiert in StuttgartBürgerschaftliches Engagement in Stuttgart ist eine tragende Säule der Stadtgesellschaft. Die große Stärke der Stuttgarter*innen ist die Fähigkeit, eigeninitiativ zu handeln und sich selbst zu organisieren. Hier setzt die Engagementförderung und -koordination der Landeshaupt Stuttgart (Haupt- und Personalamt sowie Sozialamt gemeinsam) an. Wir vernetzen und beraten das selbstbestimmte Engagement und unterstützen die große Hilfsbereitschaft mit folgenden Angeboten:

  • Veröffentlichung von Hilfsangeboten für Menschen, die in Stuttgart Unterstützung benötigen
  • Information, Beratung und Unterstützung von Gruppen und Organisationen, die Hilfe anbieten (wollen)
  • Sammlung von Ideen für Engagementmöglichkeiten ohne physischen Kontakt
  • Information über weitere Möglichkeiten, solidarisch zu handeln

https://corona-engagiert.stuttgart.de


Tipps bei Angst in Corona-Krise: Wie Sie jetzt seelisch gesund bleiben

29.03.2020

Vieles nur noch drinnen, Kontakte nur noch digital: Wie schaffe ich es, dass die Isolation nicht auf die Stimmung drückt? ZDF-Themenseite mit Tipps, damit die eigenen vier Wände nicht zu eng werden:

www.zdf.de/nachrichten/panorama/psychische-gesundheit-tipps-quarantaene-coronavirus-100.html


Aktion sport@home mit den Stuttgarter Sportvereinen bietet tägliche Sportstunde

28.03.2020

Die Aktion sport@home des Amts für Sport und Bewegung in Kooperation mit dem Sportkreis Stuttgart und den Stuttgarter Sportvereinen bringt seit 25. März die Angebote der Sportvereine mit einer täglichen Kurseinheit um 17:30 Uhr in die Wohnzimmer der Stuttgarter*innen. Auf dem Programm stehen unter anderem Functional Fitness, Yoga, Aerobic und Zumba. Eine Folge dauert rund 25 Minuten.

Die Videos werden auf dem Facebook-Kanal der Stadt „Stuttgart – meine Stadt“ sowie unter www.stuttgart.de/corona online gestellt.


Das Freitagsrätsel

27.03.2020

Jeden Freitag gibt es hier etwas Kniffliges für Rätselfreunde. Einfach das Bild speichern, ausdrucken und einen Stift zücken.

Nächste Woche finden Sie hier die Auflösung und das nächste Rätsel.

Bild: Würfelrätsel

Artikel: Ich bin nicht allein zu Hause, ich habe ja meine Depression

26.03.2020

„Corona wird eines Tages vorbei sein. Wer wir aber in dieser Krise füreinander waren, bleibt.“

Kathrin Weßling
 

Sehr lesenswerter Artikel aus dem Zeit-Magazin, darüber, wie Corona zur Isolation führt, der Alltag wegbricht, und wie das für psychisch kranke Menschen wie die Autorin besonders hart ist, was sie belastet – und was ihr hilft.
www.zeit.de/zeit-magazin/leben/2020-03/isolation-coronavirus-quarantaene-depressionen-psychische-krankheiten-social-distancing-ausgangssperre


Näh- und Pflegeanleitung für Behelf-Mund-Nasen-Schutz

25.03.2020

Zur Verfügung gestellt vom Gesundheitsamt der Stadt Essen.

Um den Mund-Nasen-Schutz selbst herzustellen, benötigen Sie kochfeste Baumwolle und einen biegsamen Draht sowie eine Nähmaschine, eine Schere und ein Bügeleisen. Der Mundschutz ist wiederverwendbar und muss dementsprechend nach der Nutzung gewaschen und getrocknet werden. Er entspricht nicht dem genormten Mund-Nasen-Schutz, kann aber eine hilfreiche Alternative sein, wenn es im Handel zu Lieferengpässen kommt.
Downloadlink für die Anleitung zum Ausdrucken:
https://media.essen.de/media/wwwessende/aemter/0115_1/pressereferat/2020_04_06_Naehanleitung_Behelfs_Mund_Nasen_Schutz.pdf


Artikel: Die Welt nach Corona

24.03.2020

Mitten im Shut-Down der Zivilisation laufen wir durch Wälder oder Parks, oder über fast leere Plätze. Aber das ist keine Apokalypse, sondern ein Neuanfang.

Matthias Horx
 

Die Corona-Rückwärts-Prognose: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei” ist. Zukunftsforscher Matthias Horx über die Welt nach der Corona-Krise
www.capital.de/wirtschaft-politik/die-welt-nach-corona


Themenseite: Mit Ablenkung und Austausch gegen die Corona-Angst

23.03.2020

Informative Themenseite. Hier gibt es u. a. ein Online-Selbstmanagement: „Für Menschen ab 15 Jahren mit leichteren Depressionen bietet die Depressionshilfe ein kostenfreies Online-Selbstmanagement-Programm an. Es wird eigentlich durch Ärzt*innen oder Psychologische Psychotherapeut*innen begleitet. Da jedoch manche Patient*innen in häuslicher Isolation sind und Ärzt*innen an ihre Belastungsgrenzen stoßen, ist das in zwölf Sprachen verfügbare Programm nun für sechs Wochen auch so zugänglich. Die Anmeldung erfolgt formlos per E-Mail (ifightdepression@deutsche-depressionshilfe.de).

www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/news-archiv/meldungen/article/depressionen-mit-ablenkung-und-austausch-gegen-die-corona-angs/


Blogbeitrag: Der Corona-Virus und die Ausgangsbeschränkungen

22.03.2020

Besonders für neurodiverse Menschen sind Veränderungen jedweder Art sehr herausfordernd. Ich habe neurodiverse User*innen auf Twitter gebeten, von ihren Erfahrungen der letzten Tage zu berichten.

Marlies Hübner
 

Erfahrungsberichte neurodiverser Menschen über das individuelle Erleben der Ausgangsbeschränkungen.
www.robotinabox.de/autismus-covid19-erfahrungsberichte

Bild: Zeichnung unterschiedliche Menschen halten Distanz zueiander

Übersicht der Beiträge nach Datum sortiert


Bild: Bunte Wachsmalkreiden

Mehr zum Thema

 

Seit reguläre Treffen von Selbsthilfegruppen durch die Ausgangsbeschränkungen und andere Infektionsschutz-Maßnahmen nicht mehr möglich sind, haben einige Gruppen bereits alternative Lösungen entwickelt, um sich virtuell zu treffen und weiter gegenseitig zu unterstützen.

Bild: Mensch vor PC bei Videokonferenz

Welche Übergangslösungen es aktuell gibt, führen wir in der nachfolgenden Liste auf (wird regelmäßig ergänzt).

Geben Sie uns unter info@kiss-stuttgart.de Bescheid, wenn auch Ihre Gruppe einen alternativen Austausch eingerichtet hat.

Überregionaler Austausch

  • Gruppenübergreifender Austausch für junge Selbsthilfeaktive
    Die NAKOS bietet bis auf Weiteres mittwochs, freitags und sonntags ein Video-Meeting für junge Menschen in Selbsthilfegruppen an: von 19 bis 20 Uhr gibt es die Gelegenheit zum Austausch untereinander, zum Auskotzen und zur moralischen Unterstützung in dieser Ausnahmesituation. Die Zoom Meetings finden mit wechselnden Teilnehmenden statt. Es wird viel geredet – über Ängste, aber auch über Mutmachendes – es wird aber auch viel gelacht und sogar gespielt. Wer auch einmal dabei sein möchte, kann sich per E-Mail an junge-selbsthilfe@nakos.de melden und erhält dann weitere Infos zur Teilnahme.
  • Seriöse und geprüfte Internetforen
    Auf den Seiten der NAKOS sind Selbsthilfe-Internetforen zu verschiedenen Themen zu finden – vielleicht ist aus zu Ihrem Thema etwas dabei?
    www.nakos.de/adressen/gruen/selbsthilfe-internetforen 
  • Austausch für Menschen mit seltenen Erkrankungen
    Auf der sicheren und benutzerfreundlichen Plattform www.rareconnect.org/de können Patient*innen mit seltenen Erkrankungen, deren Familien und Patientenorganisationen Online-Communites gründen und sich über Ländergrenzen und Sprachbarrieren hinweg austauchen.
  • Online Plattform „Rettungs-Ring“
    Auf www.rettungs-ring.de entsteht ein wachsendes Angebot für Menschen, die sich schon länger oder aufgrund der Corona-Pandemie in einer seelischen Notlage oder Krise befinden. Da derzeit keine persönlichen Treffen der Selbsthilfegruppen möglich sind, trifft sich diese virtuelle Gruppe über ein kostenloses Web-Konferenzsystem. Start: Freitag, 27.03.2020, zunächst mit zwei „Gesprächs-Ringen“. Ab dem 30.03. finden jeweils montags, mittwochs und freitags zwei Gesprächs-Ringe zu verschiedenen Themen statt. Alle Interessierten können die Plattform nutzen, unabhängig davon, ob sie psychisch erkrankt sind oder nicht. Das Angebot wurde von einer Arbeitsgruppe des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener Baden-Württemberg e. V. initiiert.
  • Thalassämiehilfe ohne Grenzen e. V.
    Da unsere Klientel sich räumlich sehr weit verteilt, sind unsere Patienten schon seit 13 Jahren an telefonischen, virtuellen und schriftlichen Austausch gewöhnt, Zusammenkünfte im Vereinsbüro finden eher seltener und wenn die Wege kurz sind statt. Themenschwerpunkt ist derzeit „Blutanomalien mit und ohne Transfusionsabhängigkeit angesichts des Coronavirus verbunden mit höherer Infaktanfälligkeit der Betroffenen“. Ratsuchende finden zu uns am schnellsten: https://www.facebook.com/thogde.org/
  • Virtueller Austausch von pflegenden Angehörigen
    Der Verein wir pflegen weist angesichts der Corona-Krise auf die Smartphone-App „in.kontakt“ hin, die pflegenden Angehörigen den virtuellen Austausch ermöglicht. Die App sei ein „Weg aus der häufig erlebten Isolation“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins, „gerade jetzt, wo viele unterstützende Dienste der häuslichen Pflege wegfallen und pflegende Angehörige von zunehmender Überbelastung, Unsicherheit und Isolation betroffen sind“. Weitere Informationen: www.nakos.de/aktuelles/nachrichten/key@7251

(aktualisiert am 10.05.2020)


Sonstige Unterstützung

Unterstützen Sie sich in dieser schwierigen Zeit gegenseitig, indem Sie ein offenes Ohr anbieten – oft ist es schon hilfreich zu wissen, dass man sich bei anderen Menschen melden kann.

Rund um die Uhr ist auch die Telefonseelsorge unter 0800 1110111 zu erreichen. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ erreichen Sie unter 08000 116016, das Kinder- und Jugendtelefon unter 0800 1110333, die Hotline Silbernetz für über 60-Jährige unter 0800 4708090 und die Sucht- und Drogenhotline unter 01805 313031. Eine neue Hotline für Menschen mit psychischen Belastungen hat das Land unter 0800 3773776 eingerichtet. Eine Unterstützungsmöglichkeit für Trauernde finden Sie auf www.hospiz-verlag.de/trauer-in-corona-zeiten.


Mehr zum Thema

Da derzeit keine persönlichen Gruppentreffen möglich sind, haben wir Ihnen hier zusammengestellt, welche Alternativen möglich sind und wie Sie solche virtuellen Gruppen einrichten können. Falls Sie noch andere Möglichkeiten kennen, freuen wir uns, wenn Sie uns diese mitteilen, damit wir unsere Übersicht noch ergänzen können.

Bild: Gruppe von Köpfen in verschiedenen bunten Farben als Team

Videokonferenzen

Videokonferenzen hält man über das Smartphone am besten im WLAN ab, dann sind die Anrufe mit den beschriebenen Apps und Diensten kostenfrei und die Internetverbindung am stabilsten. Videokonferenzen über Laptop oder Desktop-PC funktionieren am stabilsten, wenn der Internetzugang über ein Netzwerkkabel erfolgt (LAN).

Smartphones, Tablets oder Laptops haben in der Regel alles eingebaut, was man für Video-Meetings braucht, also Kamera, Mikrofon und Lautsprecher. Falls Sie für eine Videokonferenz einen Desktop-PC nutzen, müssen Sie eine Webcam plus gegebenenfalls auch ein Mikro und einen Lautsprecher anschließen.

Folgende Dienste können Familien und Freundeskreise und ebenso wie auch Selbsthilfegruppen miteinander verbinden:

  • Skypehier können bis zu 50 Personen zu einem Gruppenanruf zusammen geschaltet werden. Voraussetzung dafür ist die Skype-App auf dem Smartphone, Tablet oder auf dem PC. Zur Nutzung braucht man ein Skype- oder Microsoft-Konto. Mit Skype ist eine Kommunikation über Hersteller- und Gerätegrenzen möglich.
  • Microsoft Teams ist eine professionelle Plattform, die Chat, Videokonferenzen, Notizen und Anhänge kombiniert. Der Dienst ist in Microsoft Office und Skype integriert, normalerweise kostenpflichtig, aber derzeit kostenfrei verfügbar.
  • Hangouts ist die Kommunikationsplattform von Google und ermöglicht Textnachrichten, Sprachanrufe und Videokonferenzen – in der kostenlosen Ausgabe für bis zu zehn Personen. Hangouts läuft auf iOS- und Android-Smartphones und am PC direkt im Browser. Die Teilnehmer*innen brauchen ein Google-Konto. Hangouts findet man im App- und Play Store, sowie in der App-Auswahl im Google-Konto.
  • Zoom ist ein vor allem bei Unternehmen beliebtes Video-Konferenzsystem, weil es einfach zu nutzen ist und die Verbindung, auch zwischen mehreren Meeting-Teilnehmenden, als zuverlässig gilt. Auch in der kostenlosen Basic Version zum Herunterladen sind Gruppenbesprechungen mit bis zu 100 Teilnehmenden möglich, die Meetings sind aber auf 40 Minuten limitiert.
  • Whatsapp – hier können sich bis zu 8 Teilnehmer*innen (neu ab April 2020) zusammen schalten. Entweder beginnt man einen Anruf mit der ersten Person und fügt bis zu zwei weitere hinzu oder man wählt alle Kontakte aus und startet einen neuen Anruf. Das klappt mit Android- und iOS-Smartphones. Bei Android wird jedoch mindestens die Version 4.1. des Betriebssystems benötigt.
  • Fairmeeting ist eine unlimitierte, abhörsichere, datenschutzkonforme und werbefreie Gratislösung für Videokonferenzen auf Spendenbasis, die direkt aus dem Internetbrowser gestartet werden kann (Chrome und Firefox) und auch Zusatzfunktionen wie Screensharing bietet sowie ein gemeinsam bearbeitbares Dokument.
  • Jitsi ist eine quelloffene Software, die Videokonferenzen mit einem oder mehreren Teilnehmer*innen ermöglicht. Das besondere ist, dass zur Nutzung kein Konto notwendig ist und man kann die Teilnehmenden über einen Link einladen. Wichtig ist ein Webbrowser der WebRTC unterstützt und dann klappt die Kommunikation über Geräte- und Herstellergrenzen hinweg. (www.kuketz-blog.de/kurzanleitung-jitsi-meet-videokonferenz-per-browser-oder-app/)
  • Webex bietet einen Gratis-Tarif sowie kostenpflichtige Angebote mit zusätzlichen Funktionen. Beim Gratis-Tarif wurde kürzlich die maximale Zahl von Gesprächspartner*innen von 50 auf 100 pro Videokonferenz angehoben. Auch die zeitliche Beschränkung auf 40 Minuten pro Konferenz gilt nicht mehr. Bei Webex können Sie den Bildschirm teilen, Umfragen unter den Gesprächsteilnehmern durchführen und auf ein virtuelles Whiteboard zeichnen. Die Software ist erhältlich für Windows, macOS, Android und iOS. Außerdem können Sie per Browser an Gesprächen teilnehmen oder sich per Telefon einwählen, wenn alle anderen Methoden fehlschlagen.
  • Blizz von Teamviewer (lokales Unternehmen aus Göppingen) ist verfügbar für Laptop, Desktop-PC, Tablets und Smartphones und durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung besonders datensicher. In der Gratisversion können bis zu 5 Personen teilnehmen.

Telefonkonferenzen

AnbieterEinwahlKostenMerkmale
telefonkonferenz.de 01803 127127 0,09 Euro/Min für die eingewählten Nutzer Kein Vertrag, keine monatlichen Gebühren. Bis zu 100 Teilnehmer*innen. Einwahlnummern in 72 Ländern. Kostenlose Aufnahme, komplett werbefrei.
deutsche-telefonkonferenz.de 0211 4911111 Festnetzgespräch jetzt wieder verfügbar (nachdem zuvor wegen Überlastung geschlossen)
freetelco.de kostenfrei, 
nur reine Verbindungskosten 
Unbegrenzte Teilnehmerzahl, kein Vertrag, keine Reservierung.
Globafy030 25558678 Festnetzgespräch bis zu 100 Teilnehmer*innen, internationale Einwahlnummern
Meebl Festnetznummer  Festnetzgespräch keine Teilnehmerbegrenzung, Direkteinladung: E-Mail, internationale Einwahlnummern, Stummschaltung, Websteuerung
telcoon 06151 2751111 Festnetzgespräch Free-Version max. 4 Teilnehmer*innen, max. 30 Minuten, Direkteinladung: E-Mail, internationale Einwahlnummern
Phonesty Festnetznummer Festnetzgespräch keine Teilnehmerbegrenzung, Konferenzraum mit fester PIN möglich, Einwahlnummern für die USA (weitere Features gegen monatliche Gebühr), setzt Registrierung voraus
Wirecloud Festnetznummer Festnetzgespräch keine Teilnehmerbegrenzung, virtueller Konferenzraum, Pin-Verschlüsselung, Websteuerung, internationale Einwahlnummer optional

alle Angaben ohne Gewähr!
(aktualisiert am 15.04.2020)


Anregungen zur virtuellen Gruppenarbeit

Impulse für ein Blitzlicht am Anfang dieser virtuellen Treffen können sein: 

  • Drei Worte, die im Moment zu mir passen
  • Highlight der Woche
  • Heute habe ich mich gefreut über …
  • Ich bin dankbar für …
  • Überschrift dafür, wie es mir im Moment geht

Fragen für das weitere Gespräch:
(wir empfehlen, diese Fragen positiv zu stellen, um nicht in negative Spiralen zu rutschen)

  • Was beschäftigt mich gerade?
  • Brauche ich Unterstützung in bestimmten Bereichen?
  • Welche meiner Fähigkeiten sind im Moment besonders wertvoll?
  • Gibt es auch Chancen in der Krise?
  • Was macht mir Angst?
  • Was macht mir Freude?
  • Was lässt mich hoffen?
  • Was macht die Gruppe besonders wertvoll?

Mehr zum Thema

Die neue Ausgabe ist da!

Bild: Cover WIR-Magazin, einzelne Menschen stehen weit voneinander entfernt


WIR-Magazins (01/2020) als PDF

Schwerpunkte:
Selbsthilfe im Ausnahmezustand / Virtuelle Gruppentreffen / Achtsamer Umgang mti Krisen

Die Corona-Krise prägt seit Monaten unseren Alltag und ist ab Seite 4 das dominierende Thema dieser Ausgabe. Neben den gesundheitlichen und wirtschaftlichen Ängsten schlagen die psychischen Auswirkungen des Social Distancing aufs Gemüt. Lockerungen sorgen ebenso für Hoffnung wie für Sorgen. Sie verheißen eine Rückkehr zu einer Normalität, die es nicht mehr so wie früher geben kann. Der Autor Nikita Gorbunov versucht, für uns diese diffuse Stimmungslage literarisch einzufangen.

Persönliche Selbsthilfegruppentreffen dürfen aktuell wieder stattfinden – auf Seite 7 finden Sie unsere Empfehlungen zum Infektionsschutz dazu. Auf den Seiten 8 und 9 finden Sie Tipps und Vorlagen für den Austausch im virtuellen Raum, der auch über die Pandemie hinaus als Ergänzung zu den Face-to-Face-Gesprächen Sinn machen kann.

Krisen wie diese lassen sich mit dem Achtsamkeitsprinzip besser bewältigen. Was man eigentlich unter diesem viel gehörten Begriff versteht, setzt uns der Achtsamkeitsexperte Peter Riedl ab Seite 10 in anschaulichen Worten auseinander. Dazu passend zeigen wir Ihnen, wie Sie einen achtsamen Umgang zur Bewältigung schwieriger Lebenslagen einsetzen können.

KISS Stuttgart ist ab jetzt auch auf Instagram und Twitter zu finden. Diese und weitere Neuigkeiten aus der inzwischen wieder normal besetzten Selbsthilfekontaktstelle lesen Sie ab Seite 13.

Die neue Bürgermeisterin für Soziales und gesellschaftliche Integration Dr. Alexandra Sußmann durften wir im Interview auf Seite 16 näher kennenlernen.

Wie immer stellen sich Stuttgarter Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen vor. Eine Reihe neuer Gruppen und zahlreiche aktuelle Gründungsinitiativen zeigen, dass die Selbsthilfe nicht im Stillstand verharrt. Bei unseren Tipps für die Gruppenarbeit geht es diesmal um „Themenzentrierte Interaktion“. In der Terminvorschau finden Sie neben den kommenden auch einige Ersatztermine von corona-bedingt abgesagten Veranstaltungen. Schauen Sie trotzdem vorher immer auf unserer Homepage nach, ob sich etwas geändert hat.

Bleiben Sie gesund, achten Sie aufeinander und verlieren Sie nicht den Mut!

Das aktuelle Heft liegt aus bei KISS Stuttgart, aber auch in Rathäusern, Büchereien, Ämtern und an vielen anderen Orten.

Wenn Sie das Stuttgarter Selbsthilfe Magazin kostenfrei abonnieren möchten, können Sie das hier tun:
www.kiss-stuttgart.de/downloads/kostenlos-bestellen
Wir schicken es Ihnen dann zweimal im Jahr per Post zu. Alternativ genügt auch eine Nachricht unter Tel. 0711 6406117 oder E-Mail info@kiss-stuttgart.de


weitere Ausgaben des WIR-Magazins

Die Rheuma Liga hat ein Online Bewegungsprogramm erstellt. Wer sich einen Account erstellt, kann Übungen aus unterschiedlichen Kategorien ansehen und sich je nach Vorlieben, Stärken und Schwächen ein optimales Übungsprogramm auswählen.

Mehr Infos und die Möglichkeit, sich anzumelden gibt es hier:
www.bewegung.rheuma-liga-bw.de

Die Corona-Pandemie stellt die psychische Gesundheit vieler Menschen auf die Probe. Zu eingeschränkten sozialen Kontakten und möglichen Konflikten zu Hause kommen häufig Fragen, wie es mit dem eigenen Job und der Familie weitergeht.

Gemeinsam mit dem Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, der Landesärztekammer, der Landespsychotherapeutenkammer und der Kassenärztlichen Vereinigung hat das Land eine Hotline zur psychosozialen Beratung eingerichtet:
Die kostenfreie Rufnummer 0800 377 377 6 gilt ab sofort. Expertinnen und Experten stehen dort ehrenamtlich täglich von 8 bis 20 Uhr zur Verfügung.

Weitere Infos
www.sozialministerium.baden-wuerttemberg.de

Eine Liste von weiteren Unterstützunghotlines gibt es unter www.kiss-stuttgart.de/virtuell-aktuell ganz unten

Bild: Menschen mit Mundschutz

Nachdem es sie in einigen Bundesländern schon gibt, führt nun auch Baden-Württemberg eine Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus ein. Ab dem 27. April an gilt die Pflicht, Mund und Nase beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr zu bedecken. Bedecken mit einer einfachen Mund-und-Nasen-Bedeckung. Das kann eine Maske, aber auch ein Schal oder Tuch sein. Ministerpräsident Winfried Kretschmann begründete die Maßnahme damit, dass sich bisher zu wenige Menschen an die dringende Empfehlung zum Tragen von Masken hielten.

Wer selbst kreativ werden möchte und eine Maske selbst herstellen will, findet hier auf unserer bunten Seite eine Anleitung zur Herstellung eines eigenen Mundschutzes.

Für gemeinnützige Einrichtungen und Ehrenamtliche gibt es ein weiteres Steuer-Hilfspaket in der Corona-Krise.

  • Bürger*innen brauchen für Spenden auf ein Sonderkonto einer gemeinnützigen Körperschaft im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie keine Spendenbescheinigung mehr.
  • Ab sofort können gemeinnützige Vereine unabhängig von ihrem Satzungszweck Kranken oder Gefährdeten beispielsweise mit Einkaufsdiensten helfen. Sie verlieren dabei ihre Steuerbegünstigung nicht.
  • Zudem können gemeinnützige Vereine bei finanziellen Lücken leichter auf bisher zweckgebundene Rücklagen zurückgreifen. Weiterhin können Verluste aufgrund der Corona-Pandemie im steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb oder in der Vermögensverwaltung steuerbegünstigter Körperschaften mit Mitteln aus dem steuerbegünstigten Bereich ausgeglichen werden. 
  • Steuererleichterungen wurden auch für die Fälle vereinbart, in denen Material wie Atemschutzmasken oder Schutzkleidung, Räume oder medizinisches Fachpersonal gegen Entgelt zur Verfügung gestellt werden. Wenn gemeinnützige Einrichtungen solche Leistungen für den Kampf gegen die Corona-Pandemie überlassen, sind sie dafür von der Körperschaftsteuer befreit. Außerdem kann der ermäßigte Umsatzsteuersatz gelten – unabhängig davon, ob der Satzungszweck der gemeinnützigen Einrichtung eine solche Hilfe vorsieht.
  • Spenden Unternehmen Material oder die Arbeitskraft medizinischer Fachleute an Einrichtungen, die einen unverzichtbaren Einsatz zur Bewältigung der Corona-Pandemie leisten, fällt für diese Spenden bis 31.12.2020 keine Umsatzsteuer an.

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Ministeriums für Finanzen Baden-Württemberg:

https://fm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilung/pid/hilfe-fuer-helfende-steuererleichterungen-fuer-gemeinnuetzige-einrichtungen-in-der-corona-krise/

Gerade in der aktuellen Lage engagieren sich viele Menschen für ihre Nachbarn. Die Solidarität ist hoch, Iniativen entstehen auch über digitalem Weg.

Wer Unterstützung sucht oder Hilfe anbieten möchte, findet hier einige Seiten mit Infos und Wissenswertem sowie Portale zur Vernetzung von Hilfsbedürftigen und Unterstützer*innen.

Am Stuttgarter Marienplatz sowie unter der Paulinenbrücke gibt es derzeit Gabenzäune für obdachlose Menschen. An diese Zäune können Dinge gehangen werden, um die Menschen in Not zu unterstützen. Wichtig dabei ist, auch dabei das Infektionsrisiko zu beachten und die Richtlinien einzuhalten.

Nikita Gorbunov ist Autor, Bühnenpoet, Musiker, Theatermacher – und wie wir alle gerade viel zu Hause. Er lebt im Herzen Stuttgarts, in Laufweite zur KISS, und engagiert sich seit Jahren in der selbstorganisierten Initiative ausdrucksreich e. V., einem Stuttgarter Verein zur Sprach- und Sprechkompetenzförderung.

Jeden Dienstag schreibt er hier einen Text über seine Sicht auf das Leben im Ausnahmezustand und über das Miteinander in Zeiten des social distancing.

Bild: Foto Nikita Gorbunov mit Notizbuch
Foto: Isabel Thalhäuser
 

Normale Gefühle

28.04.2020

Pünktlich zum Beginn der Tragepflicht lag die neue Mund-Nase-Bedeckung im Briefkasten. Die zweite Person hat ihre Beziehungen spielen lassen und zwei handgenähte Masken von ihrer Stamm-Kostümbildnerin beschafft. Sie sind schwarz, sie sind heiß und sie rocken mein Gesicht mit einer Applikation baumelnder Quasten. Was für ein Glück, dass meine Isolationsgenossin damals Theater gemacht hat. Die alten Netzwerke verschaffen ihr in der künstlerischen Leere nun den kunstvollen Mundschutz. Dass ich mich damals – vor 6 ½ Wochen – mit einem Krämerladen selbstgestrickter Textarbeiten über Wasser hielt, verschafft mir heute höchstens einen Vorsprung an Körpermasse von der ungesunden Arbeitshaltung in Denkerpose. Heute bleibt mir nur ein letztes Hemd; alles andere, ob Shirt oder Pulli, spannt sich schon längst über den Isolationsbauch, hämisch und faltenlos. Auch diese handgenähte Quasten-Maske ist vor lauter Gesicht heillos überfordert.

Die Bündchen krallen sich in meine Öhrchen und ziehen sie nach außen-unten… Guck mal, wie übelst ab sie stehen! Ich fühle mich wie ein Albatros. Die „Flügel“ im Gesicht sagen, dass ich segeln soll, doch in Anbetracht meiner Ausmaße gerät jeder Start zum wundersamen Naturschauspiel. Sie sehen, ich teile mit Ihnen einen wichtigen ersten Taps-Schritt aus meinem Quarantäne-Nest. Zum ersten Mal seit 6 ½ Wochen fühle ich heute wieder Eitelkeit. Endlich wieder ein ganz normales Gefühl, oder?

Nun, die Welt stellt sich immer nur dann dar, wie sie wirklich ist, wenn Menschen mit der Welt und miteinander in aller Öffentlichkeit interagieren. Der Versuch, das eigene Leben zu begreifen, hat immer etwas ausgesprochen Schauspielerisches. Einen richtiggehenden Naturzustand kennt der Mensch eigentlich gar nicht, alles ist Kultur und Kultur ist immer „das, was auch anders geht“. Denken Sie nicht nur an Denkerposen und Kostümbildnerinnen, wenn ich jetzt „Kultur“ sage. Denken Sie nicht nur an Bäuche, wenn Sie darüber nachdenken, was auch „anders geht“. Denken Sie an „Klopapier“, an den „8-Stunden Tag“, aber auch an den „8-Stunden Schlaf“, denken Sie an alles, was Sie so selbstverständlich tun, dass Sie es für angeboren halten. Denken Sie an „Männer sind Jäger und Frauen sind Sammler“, diese Idee zum Beispiel kam nie aus der Altertumsforschung, sondern aus dem Krämerladen der Unterhaltungsliteratur des 19. Jahrhunderts. Unsere Normalität ist bestenfalls eine fiktionale, gemeinsame Performance auf der Grundlage echter Tatsachen, ein Mix von Originalaufnahmen und nachgestellten Szenen. Und meine Normalität, wie ich sie damals kannte, ist seit 6 ½ Wochen Geschichte. Ich fürchte also, wenn Sie sagen, Sie wollen „endlich zur Normalität zurückkehren“, meinen Sie damit zwangsläufig: „Back to the future.“ Was wollen wir dort?

Möchte ich wirklich eins-zu-eins in eine Zeit zurück, in der ich eine neurotische Unsicherheit über meinen eigenen Körper mitspielen musste – ist doch normal!? Werden wir wirklich die Masken wieder ablegen? Ich und meine Maske, die so fly ist, dass sie meinem Face Flügelchen verleiht! Und was ist das Gesicht einer Gesellschaft, die mit Masken mehr Erfolge erlebt als Sido? Was macht das mit Ihnen, dass Sie 6 ½ Wochen lang von so wenigen umarmt wurden? Mich macht das wohl sichtbar kuschelig.

Nicht, um Sie wie früher aus heimlicher Konfliktlust mit Unterstellungen beschämen zu wollen, sondern aus ehrlicher Neugier: Können Sie eine Normalität, in der sich Menschen von der Allgemeinheit erniedrigen lassen müssen, um eine Mindestwürde zu behalten; eine Normalität, in der Einsamkeit unsichtbar bleibt; eine Normalität, in der auf so viel Bruttoinlandsprodukt so wenige Kuschels kommen, jemals wieder „natürlich“ finden? Mit den Erfahrungen der letzten Wochen? Ich will vieles zurück, aber vieles auch nicht! Ich will nur noch Meetings haben, um mit den andern zusammen zu sein. Für die Darstellung von Leistungseifer aus Eitelkeit genügen mir Videokonferenzen in der Tat völlig. Und ich werde es wohl nie wieder normal finden, ständig so viel Zeug zu kaufen. Dabei dachte ich, der ständige Konsum wäre mir kulturell angeboren und jetzt habe ich das denkwürdig anders erlebt.

Unser Gesellschafts-Spiel ging in die Pause, als alle Mitspieler*innen in den Shutdown abgetreten sind. Wenn uns der Gong wieder rein ruft – oder besser gesagt wieder raus – beginnt ein neuer Akt mit neuen Handlungen. Sie als altes Kulturwesen wissen ja: So eine Performance bleibt eine Interaktion zwischen Menschen. Sie ist gerade darum besonders und wertvoll, weil man sie nicht wiederholen kann.

Ich will jedenfalls weniger Drama und mehr Umarmungen – für die Dicken, für die Eitlen, für die Albatrosse und die mit den Segelohren. Darüber könnten wir gemeinsam weiterspielen, wenn wir wieder zu aller Öffentlichkeit geworden, möglichst wohlbehalten und möglichst alle wieder zurück sind. Back on stage … Back to the future. Was wollen Sie?


Buddha Corona.

21.04.2020

Ja, ich hatte auch so eine Phase, in der ich nur noch auf Spiegel- oder Zeit-Online hing, wo es mich sofort langweilte. Und dann wechselt ich in irgendein soziales Medium, wo die Leute doch auch nicht anders konnten, als aggressiv um sich zu teilen. Dann natürlich wieder Netflix. Aber, seit ich dort dieses mehrteilige Drama fand, über einen schwulen, polygamen Waffennarren, der Großkatzen sammelt und aktuell einsitzt für einen angeblichen Auftragsmordversuch an einer Tierrechtsaktivistin, die wahrscheinlich ihren reichen Exmann an die Tiger verfüttert hat … mehr Netflix als das wird’s auch nicht mehr.

Irgendwann saß ich dann als Bildschirmgott zwischen all diesen high definition Gefühlsprothesen und konnte nicht mehr sagen: Warum existiere ich eigentlich? Ich kann mir gut vorstellen, dass auch Sie in diesem Shutdown zu einer irrelevanten Zeit an einem ähnlichen inneren Ereignishorizont angelangt waren. Und dann ebenso staunend feststellen mussten: Dahinter geht die Welt ja weiter.

Ich dachte mal, ich würde nicht aufhören, auf die Gesamtzahl der gesicherten Covid-19-Fälle zu starren, als gäbe es da Meilensteine am Kurvenrand. Ich dachte, ich würde sicherlich meinen Freund*innen und Kolleg*innen ins Netz folgen, weil sie da jetzt Kultur machen. Ich dachte, ich würde total darauf achten, dass die Tochter sich ihren Heimlern-Stoff lückenlos reinzieht. Ich dachte, ich hätte für alles mehr Zeit. Aber ich war wie eine unwissende Raupe. Ich musste mich erst in diesen Kokon aus vorgenommenen Büchern, selbst geölten Tischplatten und Back-Hybris einspinnen, um zu dem Schmetterling zu reifen, der Ihnen heute diese Zeilen entgegenflattert:
Ich sah die Hefe verschwinden, doch sie wurde als surrealer 100-Gramm-Aufschnitt wiedergeboren. Ich hörte irgendwelchen Stars beim Singen zu, aber wundere mich heute über die ganze Idee von „Prominenz“. Ich lauschte dem Drosten bis zum Rosten und ich kam davon los. Ich bin jetzt Buddha-Corona, mein Wahnsinn verdoppelt sich nur noch alle 21 Tage.

Ich habe meinen Frieden damit gemacht, dass ich mir das ganze Möbelöl und die Hefezöpfe in meine Exfrisur hätte schmieren sollen. Ein Video hätte ich stattdessen aufnehmen sollen, in dem ich eine Stunde lang angestrengtes Zuhören spiele, den Blick seltsam gesenkt, immer wieder behaupte, das Internet sei schlecht, ob man mich überhaupt verstehen könne, weil ich so gar nichts verstehen würde, und wenn, dann nur abgehackt. Die ganzen Zoom-Konferenzen, in denen ich quasi im Livestream systematisch einen auf relevant gemacht hab, warum existierte das eigentlich? So ein Video von mir, bei dem ich schlechte Verbindung spiele, hätte es doch auch getan … Stop!

Einatmen. Ausatmen. Lassen Sie Ihren Ärger ziehen und folgen Sie mir in einen neuen Bewusstseinszustand. Ein Politiker hat eine Meinung? Egal. Markus Söder hat eine andere Meinung? Egal. Alles, was ihnen bedeutsam schien, ändert nun seine Bedeutung.

Zum Beispiel Zoom. Wir dachten, das sei ein Tool für virtuelle Arbeitsbesprechungen. Dabei ist es eine Art Spielautomat, der zufällige Kombinationen allein trinkender Menschen ausspielt, die sogenannten „Zäufer“, die sich auf Zoom zum „Zaufen“ verabreden. Oder „Corona-Bonds“, sie hielten das für eine wirtschaftspolitische Solidaritätsidee für Europa? Nein, junger Schüler. Als „Corona-Bond“ bezeichnet man die unausgesprochene, gegenseitige Angst vor kuschelloser Langeweile, die manche untergärige Beziehung durch die soziale Distanz trägt. Wenn wir einen Toilettengang heucheln, so lang, als wären wir ein Tiger, der gerade einen Exmann zu verdauen hatte, bloß damit wir ein bisschen heimliche Alleinzeit haben, dann nennen wir das ab jetzt „freiwillige Isolation“. Und eine Person, die ihren Nase-Mund-Schutz auf die Krawatte, die Schuhe oder die Tasche abstimmt, nennen wir „Gesichterfest“.

Nur einer ändert sich nicht, egal was wir füreinander bedeuten. Der „Denunziant“ bleibt immer ein nur ein Denunziant. Und alle fragen sich – ich frage mich, der polygame Waffennarr aus dem Netflix-Drama „Tiger King“ fragt es sich, die singenden Stars fragen sich und der Söder und der Drosten fragen es sich auch: Sag mal, Denunziant. Warum existierst Du eigentlich? So unerträglich unverändert.


Giant Leap for Mankind, Major Tom

14.04.2020

Starren Sie auch auf Ihren Bildschirm und warten auf ein Signal? Echte Astronauten werden total nach ihrer seelischen Belastbarkeit ausgesucht und mental geschult, bevor man sie so einer Isolation übergibt. Astronauten steigen immer schon nur als ganzer Haushalt in ihre Kapseln. Hinter ihnen brennt die alte Realität donnernd davon, vor ihnen spannt sich das Ungewisse. Und alles im Grunde nur, um zu sehen, ob man das so machen kann.

Also gemessen an der legendären Selbstgenügsamkeit von Raumfahrer*innen machen Sie sich großartig! Nur 4 Wochen gemeinsam angeschnallt auf dem Gleitflug durch den Nebel Covid-19 und wir sind schon Profis, oder? Ich kann jetzt erstaunliche Wartungsarbeiten an meinem Wohnmodul vornehmen (Holz ölen und anschließend lüften. Viel.). Ich kann selbst nach Phasen der Herausforderungsarmut komplizierte Manöver durchführen (Masken-Nähen nach Tutorial). Und ich kann Anordnungen ausführen und verlasse mich dabei auf die Anweisungen von oben. Gut, in der Raumfahrt kommen Anweisungen von Oben immer von unten, wobei es dort oben weder Oben noch Unten gibt. Diese Schwerelosigkeit bringt mich durcheinander.

Jedenfalls das Wunder der bemannten Raumfahrt beweist: Wer ohne die geringste Systemrelevanz zuverlässig Kommandos ausführen kann, die er selbst nicht verstehen muss, ist ein absoluter Held. Solange ihm nur Fachleute sagen: „Wir haben durchgerechnet, ob man das so machen kann und wir glauben im Grunde: ja.“
Jede*r von uns sitzt auf dieser Reise am Steuerknüppel und wenn dort niemand das tut, was er denkt, sondern nur das, was uns klügere Leute sagen, kann das einen Riesenschritt für die ganze Menschheit bedeuten. Mit ein bisschen heldenhafter Faktenhörigkeit von uns allen, würde sogar das scheue Klopapier die Supermärkte zurückerobern, wie es die Natur gerade mit den leeren Städten tut.

Zum Glück war es noch nie so einfach wie heute, auf die Kompetenz der Fachleute zu hören. Welcher Captain braucht noch kalte Computerstimmen auf seiner Brücke? Wir haben sexy Drosten vom NDR-Podcast. Ich hoffe, Sie haben wie ich seinen unverschämt radiogenen Bariton im Ohr, wenn ich hier das Moral-Modul 1 andocke: Listen to the Science!
Wenn Sie sich ein bisschen mit dem Weltraum auskennen, wissen Sie doch lange, was ich erst seit kurzem fühle: Wir sind schon immer sehr, sehr isoliert auf einem kleinen Staubkorn in der Leere. Schon immer vor allem auf der Reise in die Unermesslichkeit unserer eigenen Abgründe. Auf die Wissenschaft zu hören ist vielleicht unsere einzige und beste Chance.

Wie gesagt, im Weltraum wie in der Pandemie sind „oben“ und „unten“ schwierige Kategorien. Was uns zur paradoxen Kehrseite unseres spacigen Trips führt. Genau wie eine Mission zum Mond, ist auch die Mission möglichst viele Leben vor dem Virus zu retten, ein zutiefst undemokratischer und möglichst ereignisloser Vorgang. Dagegen als Demokratie stoßen wir dauernd mutig in Bereiche vor, in denen noch nie ein Mensch zuvor kompetent war. Also wollen alle, alle kommandieren und dauernd fällt dabei etwas um – Parteien, Tabus und Reissäcke – manchmal in China und immer auf die Füße von irgendwem. Wer einmal die Erde verlassen musste, heißt es, weiß um den unschätzbaren Wert dieser Lebensart.

Wenn ich jetzt, für die andern zum Satelliten geworden, nur noch in sicheren Umlaufbahnen an allen vorbeiziehe, auf meinem sinnvoll vorgeplanten Orbit … in die Natur, zum Supermarkt, wieder zurück … dann vergesse ich hoffentlich nicht: Die Welt ist sehr doll bewohnt und weitgehend richtig so. Auch wenn ich eine Weile von ihr abgekapselt bin.

Den längsten Raumflug von allen hat übrigens Waleri Poljakow gemacht. Als er im Sommer ’95 nach 437 Tagen Social Distancing gelandet war, war ziemlich viel passiert. Zum Beispiel musikalisch: Kurt Cobain hatte in seiner häuslichen Isolation Nirvana aufgelöst, und während Conquest of Paradise von Vangelis die Musik-Charts dominierte, gebar eine Kanadierin Namens Patricia allen zum Trotz Justin Bieber.

Das hat Kosmonaut Poljakow alles nicht kommen gehört. Aber der Mann war ein Held. Er hat sich darauf gefreut, auf einer Welt zu landen, die längst chaotisch am Blühen war, als er noch schwerelos vor dem Bildschirm hing. Und auf Ground Control vertrauen musste, um sicher zu landen.


Baby Shower

07.04.2020

Gestern waren die zweite Person und ich bei einer Baby Shower in New York eingeladen. Ihr sehr enger Freund Valentin ist mit seiner kroatischstämmig-amerikanischen Frau nach New York gezogen und ist dort rasch von einem Valentin zu einem Val (gesprochen „Wällh“) geworden. Und nun werden die beiden auch noch Eltern. Wie schön!
Die Baby Shower, also eine kleine Feier zu Ehren der werdenden Mutter, fand natürlich virtuell als Videokonferenz statt. Und obwohl bei einer traditionellen Baby Shower eigentlich vor allem die weiblichen Freundinnen der werdenden Mutter eingeladen sind, erlauben die Umstände, dass ich an der Seite meiner zweiten Person ebenfalls Kontakt haben durfte. Es sind komplizierte Zeiten.

Videokonferenzen über Skype zum Beispiel gibt’s schon seit 2006. Doch viele von uns hielten Video-Anrufe bisher für ein verschrobenes Hobby jugendlicher Telefon-Waagrecht-Halter. Und mit „viele von uns“ meine ich mich. Jetzt führt mir also eine Kachelwand von 20 winkenden Menschen in 3 verschiedenen Zeitzonen und einem zurückwinkenden und werdenden Elternpaar in New York schlagartig vor Augen, wie groß unsere Betroffenengruppe ist. Nimm das Sars-Cov-2, Globalisierung ist unser Sport! Du hast vielleicht Tröpfchen, Du Mutant. Aber wir haben das Internet! Wir sind – Gott behüte – bis zu 7,75 Milliarden Menschen die diese Erfahrung teilen können: Menschheit gegen Corona.

An die immense Durchseuchung unseres kollektiven Bewusstseins mit der Pandemie reichen in der Tat selbst unsere virulentesten Ideen nicht heran. Weder König Fußball, noch Schuldenkrisen, noch Staubspeiende geologische Unaussprechlichkeiten, ja nicht mal Religionen haben eine so ansteckende allgegenwärtige Präsenz. Es gibt nur 2 Dinge, die an dieses einschneidende Welterlebnis einer globalen Pandemie heranreichen: Der ungezügelte Kapitalismus und der ungebremste Klimawandel. Ich lasse das hier gern einfach mal stehen für Sie. Mittendrin passt doch gut.

Wie ist nun die Lage in Berlin und anderswo? In den Kacheln unserer Baby-Shower-Zoom-Konferenz tragen 20 Menschen und Paare ihre beste Laune auf. Wir sind in Polen, in Stuttgart, in Berlin, im Süden Brasiliens, in den USA und stellen fest, dass wir alle mehr backen als zuvor. Vielleicht beruhigt es Sie, zu hören, dass es in Brooklyn genauso wenig Mehl zu kaufen gibt wie in Bad Cannstatt. Zu den Traditionen von solchen Babypartys gehört, dass man versucht, den Bauchumfang der baldigen Mama zu erraten, indem jeder ein Klopapierstück abmisst, das möglichst perfekt um die Heldin der Party passen soll. Wir sind kurz sprachlos, dann müssen wir lachen. Ein solch obszönes Zurschaustellen von mehrlagigem Reichtum können wir uns nun weltweit nicht mehr vorstellen. Schließlich verabschiedet sich die Partyrunde mit einem letzten globalen Wink und mit einer kleinen Sendeverzögerung schleicht sich ein melancholisches Gefühl ein: Ob es wohl in jeder Kachel da draußen glimpflich ausgeht?

Wie ist die Lage in New York? Für einfache Geburten wurden wohl zum Teil Geburtsstationen in Hotels eingerichtet. Immerhin. Bei dem Gedanken daran, was eine drohende Arbeitslosigkeit in den USA bedeutet, dreht sich uns der Magen um: Von heute auf morgen ohne Krankenversicherung auf der Straße stehen. Die Amerikaner sind dafür erleichtert, dass wir uns noch nicht an die Gurgel sind, auf unseren letzten paar Quadratmetern des deutschen Wohnraummangels. Wie wohl die kommenden Kinder, die dieser Tage Baby Shower feiern, mal mit unserer Welt verfahren werden? Vor allem, wenn auch sie sich in komplizierten Zeiten wiederfinden.

Ein echter „Coronial“ ist dann hoffentlich jemand, der nicht nur die globale Hilflosigkeit erlebt, sondern im Gegenteil an eine globale Selbstwirksamkeit der Menschheit anknüpfen darf. Ein echter „Coronial“ ist dann jemand, der bereit ist, gemeinsam mit allen das Nötige zu tun.

In all dem Irrsinn steckt eine erstaunliche Vernunfterfahrung: Das hier ist wahrhaftig unser einziger Planet und seine Probleme sind vielleicht lösbar, mit Einsicht und Mühe. Dann geht es hoffentlich allerorts und in allen Videokacheln möglichst glimpflich aus. Wenn wir eines Tages von Menschen regiert werden, die von zwangsbackenden Tagtrinkern im Heimunterricht beschult wurden, werden wir immerhin einen globalen Maßstab dafür haben, was uns das Leben wert ist. Es ist uns sehr viel Wert.


„Für jedes komplizierte Problem gibt’s eine naheliegende und für alle verständliche Lösung, die nicht funktioniert.“

31.03.2020

Bisher bin ich absolut nicht schlecht damit gefahren, dass sich die meisten Menschen für schlauer halten als die meisten Menschen. Wahrscheinlich funktioniert eine Gesellschaft einfach besser, wenn die Mehrheit davon überzeugt ist, zu funktionieren. Dafür nehme ich auch eine besonders arschige Kehrseite einer gesunden Gesellschaft in Kauf, den gesunden Menschenverstand. Ohne diesen fröhlichen Vitalmix von Aberglaube, Halb- und Gefühlswahrheit könnten die Leute ihrer eigenen Überforderung eben nicht so zuversichtlich … nicht ins Gesicht sehen.

Auf jedes „Ich-kann-das-grade-nicht“ kommen so 58 kalte „Kopf-hochs“. Sehr gesund. Auf jeden Menschen, der verzweifelt hofft, sein Leben möge sich diesmal den neuen Handlungen fügen, kommen 17 dreiste „Nothing changes if nothing changes“. Gesundheit.

An meinen schwachen Tagen verderben mir solche Sprüche den Appetit: „Der Applaus ist das Brot des Künstlers“. Den missgünstigen Unterton krieg ich dann einfach nicht gut runter. Denken die Leute, ich hatte bis letzten Monat okay von Bühnenarbeit gelebt, um damit ihre Weltsicht zu kränken? Ich bin, wer ich bin, ihnen zuleide?

An lichten Momenten kann ich gut die kleine Feigheit nachfühlen, die sich da in Grußkarten, markigen Schlagzeilen und inspirierenden Zitaten Bahn bricht. Das Leben selbst sprengt eben jeden Rahmen und Menschen sind so gründlich merkwürdig. Mir begegnen ständig Leute, da falle ich vom Glauben ab. Gesunder Menschenverstand hilft, sich auf eine beruhigende Version von Menschsein zu verständigen. Wer den Rahmen sprengt, triggert meine eigene, reichliche Unsicherheit. Wenn ich solchen Menschen schnell ein bisschen gesunden Menschenverstand mit einem cleveren Spruch ins Gesicht klebe, kann ich zumindest daran meinen abgefallenen Glauben wieder aufhängen.

Darum sollen Leute dauernd dort abgeholt werden, wo sie stehen. Vor allem, wenn sie der Mehrheit, dort wo sie halt stehen, ein bisschen im Weg sind. Darum machen wir Außenseiter*innen gern zu „Teilnehmenden“. Wenn uns die schiere Zufälligkeit ihrer Schicksale schon sprachlos lässt, lass uns zumindest Fördern-und-Fordern spielen?

Und darum bereitet es komplizierten Typen wie mir ein heimliches Volksfest der Schadenfreude, zu bestaunen, wie der gesunde Menschenverstand gerade am leeren Klopapierregal zerschellt. Ich verstehe die Hilflosigkeit, mit der Sie Ihre 12 Packungen Hefe im Gefrierfach anbrüllen: „Ausgangssperre jetzt!“ Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder zum Beispiel ist in seinem Auftreten so selbstgewiss; quer durch alle Parteien geht er als stabiler Bratan durch. Aber als er vor allen anderen Entscheider*innen die härtesten Ausgangsbeschränkungen durchsetzen wollte, dachte ich: Ah, der ist feige. Der fällt vom Glauben ab. Das kann ich sehr gut verstehen. Das kenne ich von mir. So wäre ich an seiner Stelle auch.

Seit wir Mitte März 2020 gebannt auf die Zahlenticker starrend und heftigen Menschenverstand speiend mit Vollgas in den zähen Pudding der pandemischen Realität getaucht sind, verstehen wir das System nicht mehr. Und sind uns erstaunlich einig, wovon wir sprechen, wenn wir „Systemrelevanz“ sagen. Zum Beispiel Witze über den Söder Markus möchte ich grade gar nicht machen, die sind nicht relevant. Ich möchte mich stattdessen 1,5 Meter von ihm wegsetzen und fragen: Und Markus, wie war Ihre Woche so?

Wo der gesunde Menschenverstand seine Gültigkeit verliert, beginnt die empathische Suche nach Gemeinsamkeit. Und es liegt eine ausgesprochene Ironie in der Luft, die vielleicht vor allem die Leidgeprüften riechen können, dass ausgerechnet eine gefährliche Krankheit so ein Gemeinschaftserlebnis schafft. Nothing changes if nothing changes? Niemand weiß, was zu tun ist. Wir reden drüber und finden Gewissheiten nur ineinander. Anything changes anything anyways.

Ich bin immer noch merkwürdig. Das erkenne ich daran, dass meine Lieblingsnudeln nie ausverkauft sind. Aber ich finde es gerade auf sonderbare Art weniger seltsam, ich selbst zu sein. Und wünsche mir und meinen Mitmenschen Verstand und Gesundheit.