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Die neue Ausgabe ist da!

Bild: Titelseite WIR-Magazin 02-2019
WIR-Magazins (02/2019) als PDF

Schwerpunkte:
30 Jahre KISS Stuttgart / Fridays for Future / Die Macht der Gewohnheit

Seit drei Jahrzehnten unterstützen wir von der Fachstelle für gemeinschaftliche Selbsthilfe in Stuttgart Menschen dabei, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Wir berichten von unserer großen Jubiläumsfeier, im Anschluss gewährt uns Waltraud Trukses, erste hauptamtliche KISS-Mitarbeiterin, im Interview einen Einblick in die Anfangsjahre der Selbsthilfekontaktstelle und wir stellen Ihnen die unserer Arbeit zu Grunde liegende Philosophie vor.

Haben Sie die Person auf unserem Titelbild erkannt? Wahrscheinlich schon, denn Greta Thunberg ist inzwischen international bekannt, dabei hatte sie ihren „Schulstreik fürs Klima“ erst im Sommer 2018 begonnen und damit eine weltweite Bewegung initiiert, die als lokal organisierte Initiative auch in Stuttgart aktiv ist. Die Illustration stammt vom Künstler Philip Nordström, der ebenso wie Greta aus Stockholm kommt. Mit der Darstellung zeigt er seine Bewunderung für die Resolutheit der jugendlichen Aktivistin, gleichzeitig spiegelt die comichafte Überhöhung die medial vorangetriebene Ikonisierung einer Vorkämpferin für die Anliegen einer ganzen Generation wider.

Im Artikel „Die Macht der Gewohnheit“ geht es um eben diese – und wie man einen eingespielten Verhaltenskreislauf durchbrechen kann. Wir werfen einen Blick auf die Mechanismen, die hinter den hartnäckigen Angewohnheiten stehen.

In der Rubrik „Aktuelles“ stellen wir Ihnen u. a. das Gesundheitslotsen-Projekt des Gesundheitsamts vor, aber auch die Selbsthilfekontaktstelle auf Landesebene SEKiS Baden-Württemberg und die Charta-Initiative „Leben bis zum Schluss“ des Palliativnetzes Stuttgart.

Wie gewohnt präsentieren sich Selbsthilfegruppen und eine Beratungsstelle aus unserer Stadt in eigenen Worten und Sie finden wieder aktuelle Gruppen-Neugründungen und Tipps für die Gruppenarbeit. Wir geben Ihnen einen Ausblick auf das neu erschienene Jahresprogramm 2020, eine Terminübersicht für kommende Veranstaltungen und viele weitere Infos rund um die Selbsthilfe in Stuttgart.

Das aktuelle Heft liegt aus bei KISS Stuttgart, aber auch in Rathäusern, Büchereien, Ämtern und an vielen anderen Orten.

Wenn Sie das Stuttgarter Selbsthilfe Magazin kostenfrei abonnieren möchten, können Sie das hier tun:
www.kiss-stuttgart.de/downloads/kostenlos-bestellen
Wir schicken es Ihnen dann zweimal im Jahr per Post zu. Alternativ genügt auch eine Nachricht unter Tel. 0711 6406117 oder E-Mail info@kiss-stuttgart.de


weitere Ausgaben des WIR-Magazins

Bild: Cover JahresprogrammUnser Jahresprogramm 2020 (pdf) bietet Ihnen einen bunten Strauß kostenfreier Veranstaltungen für Mitglieder von Selbsthilfegruppen bzw. selbstorganisierten Initiativen, aber auch für professionelle Fachkräfte sowie für Menschen, die einfach neugierig auf Selbsthilfe sind.

Bei den Angeboten für Selbsthilfeaktive begegnen sich Menschen aus verschiedenen Gruppen, um ­gemeinsam ­zu­ reflektieren ­und­ Neues­ zu­ lernen ­– ­ob­ beim­ Infoabend ­zur­ Digitalisierung­ oder­ zur­ finanziellen­ Förderung, bei Seminaren zu Humor oder gewaltfreier Kommunikation oder bei Workshops zum Erstellen eigener­ Trickfilme ­oder ­Radiosendungen. Unsere ­Reihe­ „KISS­&­Kino“, ­bei­ der ­wir­ zu ­außer­gewöhnlichen Filmen ins Kino einladen und dabei auch über unsere Angebote informieren, erweitern wir in ­diesem ­Jahr ­um­ die ­Sparte ­„KISS­ & ­Kleinkunst“.­­ Erleben­ Sie ­einen ­Abend­ voller ­Live­ Musik ­beim ­Song ­Slam oder lachen und staunen Sie über improvisierte Präsentationen beim Powerpoint Karaoke.

Highlight ­des­ Jahres: ­der­ im­ November­ stattfindende ­Selbsthilfetag 2020. Er ist eine gute Gelegenheit für Selbsthilfegruppen und selbstorganisierte Initiativen, die eigenen Themen mit Infoständen, Vorträgen und allerlei Veranstaltungen vom Theaterstück bis zum Erlebnisparcours vorzustellen. Interessierte und Fach­leute können sich in persönlichen Begegnungen ein lebendiges Bild von der Selbsthilfekultur in Stuttgart machen­ und ­ein­ abwechslungsreiches­ Rahmenpro­gramm aus Musik, Literatur und Unterhaltung genießen

Alle unsere Angebote sind kostenfrei. Bei Veranstaltungen, die mit dem Symbol „Hände“ gekennzeichnet sind, bieten wir an, die Übersetzung in Gebärdensprache zu organisieren.

Wir freuen uns auf Sie, wenn Sie unsere Veranstaltungen besuchen, und wünschen Ihnen gute Begegnungen und hilfreiche Anregungen!

Direkt anmelden
Sie finden alle Veranstaltungen auch in unserer Terminübersicht unter www.kiss-stuttgart.de/veranstaltungen und können sich dort direkt zur Teilnahme anmelden.

Durch die gesetzlichen Änderungen zum 01.01.2020 wird der Anteil der Mittel, die in der Pauschalförderung für Selbsthilfegruppen, -organisationen und -kontaktstellen bereitgestellt wird von mindestens 50 auf mindestens 70 Prozent erhöht.  Für die Projektförderung stehen zukünftig 30% der Mittel zu Verfügung.

Diese Umverteilung der Mittel führte in Baden-Württemberg zu Veränderungen in der Förderung auf allen Ebenen der Selbsthilfe, sowie zu neuen Antragsformularen. Ab 2020 können Vorhaben, für die bisher gesonderte Projektanträge gestellt werden mussten, im Rahmen der Pauschalförderung beantragt werden. Zuschüsse für regelmäßig wiederkehrende Aktivitäten werden ab 2020 auch im Rahmen der Pauschalförderung gewährt. In den Sonderinformationen zum Förderverfahren 2020 finden Sie alle wichtigen Veränderungen.

In der Projektförderung werden weiterhin zeitlich und inhaltlich begrenzte Vorhaben gefördert. Da die Mittel jedoch begrenzt sind, ist es sinnvoll den Antrag frühzeitig zu stellen.

Alle weiteren Informationen zur Förderung durch die gesetzlichen Krankenkassen finden Sie auf unserer Homepage unter www.kiss-stuttgart.de/beratung/beratung-fuer-selbsthilfegruppen/foerderung-durch-die-gesetzlichen-krankenkassen

Neue Selbsthilfegruppen/Gründungsinitiativen

Informationen

Termine

Neue Selbsthilfegruppen/Gründungsinitiativen


Angehörige von Menschen mit bipolarer Störung

Die Selbsthilfe- und Austauschgruppe für Angehörige von Menschen mit bipolarer Störung trifft sich zum Erfahrungsaustausch, Austausch von Tipps und Hilfestellungen und um gegenseitig über die Erkrankung und den bestmöglichen Umgang damit zu lernen. In einer vertrauensvollen Atmosphäre können alle Sorgen und Fragen ausgesprochen werden – und natürlich auch positive Erfahrungen und Bestärkendes geteilt werden. Willkommen sind Familienangehörige, Partner und Partnerinnen und alle anderen, die in freundschaftlicher oder enger Beziehung zu Betroffenen mit bipolarer Störung stehen. Das erste Treffen findet am Mittwoch, 8. Januar 2020 von 18:00 – 19:30 Uhr bei KISS Stuttgart, Tübinger Str. 15 in 70178 Stuttgart statt. Weitere Treffen sind jeweils am zweiten Mittwoch im Monat, von 18:00 – 19:30 Uhr bei KISS Stuttgart, Tübinger Str. 15 in 70178 Stuttgart geplant.

Angehörige von inhaftierten Straftäter*innen

Mit einer Inhaftierung müssen sich nicht nur die Betroffenen auf eine neue Situation einstellen. Auch die Verwandten und Angehörigen sind maßgeblich von Veränderungen betroffen. Plötzlich werden sie mit für sie völlig neuen Problemen und Situationen konfrontiert und müssen alleine mit all den Themen zurechtkommen. Dabei kommen viele Fragen auf: Wie läuft ein Besuch im Gefängnis ab? Welche Rechte haben Angehörige? Neben den organisatorisch – rechtlichen Fragen beschäftigen viele Angehörige aber auch alltägliche und seelische: Wie erkläre ich den Gefängnisaufenthalt den Kindern? Wie gehe ich mit der Situation um? Was kommt nach dem Gefängnisaufenthalt? Solche und andere emotionale Aspekte, aber auch die rechtlichen Fragestellungen können in der Selbsthilfegruppe thematisiert werden. Gespräche, gegenseitiges Verständnis, Gemeinsamkeit und Erfahrungsaustausch können helfen, einen Umgang mit der belastenden Situation zu finden. Das dritte Treffen dieser Gruppe findet am Mittwoch, 11. Dezember von 18:00 – 19:30 Uhr bei KISS Stuttgart, Tübinger Str. 15 in 70178 Stuttgart statt. Angehörige sind herzlich eingeladen.

Berufstätige Menschen mit chronischen, nicht organisch bedingten Schlafstörungen

„Schlafen Sie oft erschöpft ein, um dann schon eine Stunde oder zwei Stunden später wieder aufzuwachen? Gehören Sie zu den berufstätigen Menschen, die schon seit vielen Jahren versuchen ihren Alltag zu bewältigen, auch wenn Sie nachts häufig aufwachen und oft stundenlang nicht wieder einschlafen können. Viele von uns gehen seit Jahren zu Ärzten, ja sogar in Kliniken, ohne nennenswerte Hilfe zu finden und fühlen sich nicht ernstgenommen. In der Selbsthilfegruppe wollen wir uns darüber austauschen, was uns helfen könnte und gemeinsam nach Unterstützung suchen, dass wir wieder tiefen und erholsamen Schlaf finden.“ Regina
Das erste Treffen zur Gründung dieser Selbsthilfegruppe findet am Montag, 3. Februar 2020 um 17:30 Uhr bei KISS Stuttgart, Tübinger Str. 15 in 70178 Stuttgart statt. Betroffene sind herzlich willkommen. Näheres über E-Mail schlaflos-selbsthilfe@gmx.de und weitere Kontaktmöglichkeiten über KISS Stuttgart, Telefon 0711 6406117 oder E-Mail info@kiss.stuttgart.de

Initiative Verschickungskinder

„Aus hilflosen Kindern werden Erwachsene, die sich erinnern können. Erniedrigung statt Erholung in sogenannten Kinderkuren erinnern zahllose „Verschickungskinder“, die zwischen den 50er und 80er Jahren zu Massen im Alter ab 2 Jahren für meist sechs Wochen in Kindererholungsheime und Kinderkuren verschickt wurden. Oft mit Sammeltransporten, in Zügen ohne Eltern. Dort erinnern sie sich an Essenseinquälung, strikte Schweige- und Toiletten-Gehverbote, an Schlafzwang und Schlafentzug, an drakonische Strafen, strikte Schreibzensur, Beleidigungen uvm. Wir wollen uns in Baden-Württemberg über unsere Erfahrungen austauschen, um Kraft aus der Solidarität zu schöpfen. Wir streben die volle Aufarbeitung dieser Thematik institutioneller Gewalt an, die bisher niemals erforscht wurde. Vor allem aber wollen wir uns regelmäßig treffen und unterstützen. Wir sind nicht alleine, wir haben uns das nicht eingebildet, heute sind wir erwachsen und werden endlich gesehen! Ein erstes Treffen ist im Januar geplant. Kontakt über: verschickungsheime-bw@gmx.de“ A.W.

Oben ohne – Selbsterfahrungsgruppe für Frauen nach Brustamputation

„Ich plane eine Selbsterfahrungsgruppe für Frauen nach Brustamputation. Dabei steht nicht die Krebserkrankung an erster Stelle, sondern die Situation, als Frau mit einer oder auch keiner Brust mehr – also – oben ohne – zu leben. Es geht mir um ein positives Frauenbild, um Schönheit jenseits von Idealen. Ich wünsche mir Erfahrungsaustausch, dass wir uns gegenseitig bestärken, Informationen weitergeben, Mut machen und auch miteinander lachen. Unser Frauenleben geht weiter.“ B.M. Das zweite Treffen dieser Gruppe findet am Montag, 16.12.2019 um 17:30 Uhr bei KISS Stuttgart, Tübinger Str. 15 in 70178 Stuttgart statt.

Schwangerschaftsabbruch

„Jeder hat ein Datum, dass sein Leben verändert hat. Der 27.01.2017 hat mein (unser) Leben verändert. Ich suche Frauen, die ungewollt schwanger wurden und einen Schwangerschaftsabbruch (mit oder ohne Komplikationen) durchlebt haben. Es geht mir um Erfahrungsaustausch, Leidenswege und Berichte, wie ihr seitdem mit dem Erlebten umgeht. Denn niemand ist allein.“ L.C. Betroffene Frauen können sich bei KISS Stuttgart in eine Interessiertenliste aufnehmen lassen, Telefon 0711 6406117 oder E-Mail info@kiss-stuttgart.de

Weitere Gründungsinitiativen

Eine Gesamtübersicht über aktuelle Gründungsinitiativen finden Sie auf unserer Internetseite www.kiss-stuttgart.de unter „Beratung / bei der Gruppengründung“. Bei Fragen wenden Sie sich an die Selbsthilfekontaktstelle KISS Stuttgart, Telefon 0711 6406117 oder E-Mail info@kiss-stuttgart.de

Unterstützung bei der Gründung einer Selbsthilfegruppe

Sie suchen den Austausch mit Gleichbetroffenen und konnten in Stuttgart zu Ihrem Thema keine Selbsthilfegruppe finden? KISS Stuttgart unterstützt Sie kostenfrei bei der Gründung einer Selbsthilfegruppe. In einem persönlichen Gespräch haben Sie die Möglichkeit mit Ihrem Gründungsvorhaben in Zusammenhang stehende Fragen, Erwartungen und eventuelle Bedenken zu besprechen und zu klären. Darüber hinaus unterstützen wir Sie bei der Bewerbung Ihrer Gründungsinitiative, z. B. beim Verfassen Ihrer Texte für Handzettel und Presse. Auf Wunsch verbreiten wir diese über unseren umfangreichen Verteiler (z. B. Stuttgarter Einrichtungen und Presse). Ihre Gründunginitiative können wir auch in unseren Publikationen, auf unserer Internetseite und in Facebook veröffentlichen.
Speziell für den Start neuer Selbsthilfegruppen bietet die KISS Stuttgart eine Unterstützung durch ehrenamtliche In-Gang-Setzer*innen an. Ein Faltblatt (pdf) mit genaueren Informationen erhalten Sie bei KISS Stuttgart. Weitere Informationen finden Sie auch auf www.kiss-stuttgart.de/ueber-uns/projekte/in-gang-setzer

Bei Interesse rufen Sie uns einfach an: Janne Rauhut und Beate Voigt, Tel. 0711 6406117 oder E-Mail info@kiss-stuttgart.de
Unsere telefonischen Sprechzeiten sind:
Mo, Mi, Do 14:00 – 16:00 Uhr
Mo 18:00 – 20:00 Uhr
Di 10:00 – 12:00 Uhr

Neu in der KISS Datenbank

Sie sind als Stuttgarter „Selbsthilfegruppe“ oder „selbstorganisierte Initiative“ an einer kostenfreien Registrierung in der KISS-Datenbank interessiert? Die KISS-Datenbank ist unsere Basis für die Beratung und Information von Menschen, die Kontakt zu einer Gruppe oder Initiative suchen. Sie enthält genaue und aktuelle Informationen über die einzelnen Gruppen/Initiativen in Stuttgart. Die offiziellen Daten werden auch auf unserer Homepage-Datenbank veröffentlicht.

Welche Vorteile bietet die Registrierung:

  • Förderung des Bekanntheitsgrades Ihrer Gruppe
  • Bewerbung Ihrer Sonderveranstaltungen auf der KISS Homepage
  • Sie erhalten regelmäßig Informationen über Fortbildungsangebote und Veranstaltungen für Selbsthilfegruppen/selbstorganisierte Initiativen in Stuttgart.

Hier geht’s zur Registrierung:
www.kiss-stuttgart.de/beratung/aufnahme-in-unsere-datenbank

Informationen


Jubiläum: 30 Jahre Selbsthilfekontaktstelle KISS Stuttgart

Seit nunmehr drei Jahrzehnten unterstützen wir von der Fachstelle für gemeinschaftliche Selbsthilfe in Stuttgart Menschen dabei, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Den 30. Geburtstag haben wir Mitte Oktober im Bürgerzentrum West gefeiert – mit viel Musik, Tanz, Gesang, Unterhaltung und Selbsthilfebeteiligung! Einen Bericht und viele Bilder von unserem großen Jubiläumsfest finden Sie hier: www.kiss-stuttgart.de/30jahre 

Jahresprogramm 2020

Unser Jahresprogramm für das Jahr 2020 (pdf) ist erschienen und hält für alle was bereit: Seminare und Veranstaltungen für Mitglieder von Selbsthilfegruppen bzw. selbstorganisierten Initiativen, für professionelle Fachkräfte, sowie für Menschen, die einfach neugierig auf Selbsthilfe sind. Unsere Reihe „KISS & Kino“ wird fortgesetzt und mit zwei weiteren unterhaltsamen Veranstaltungen im Rahmen von „KISS & Kleinkunst“ ergänzt. Das Highlight ist unser Selbsthilfetag, der nächstes Jahr das erste Mal in den Wagenhallen Platz nimmt und rund um das Thema Selbsthilfe in Stuttgart informiert. Wie immer sind alle Veranstaltungen sind kostenfrei. Das Programmheft liegt in den nächsten Tagen aus in der KISS Stuttgart in der Tübinger Straße 15 und auch in vielen anderen Einrichtungen. Die uns bekannten Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen bekommen es zugeschickt. Wenn Sie noch weitere Exemplare brauchen, melden Sie sich bitte. In digitaler Form (PDF) finden Sie es auf www.kiss-stuttgart.de/downloads/jahresprogramm. Schon gewusst? Auf www.kiss-stuttgart.de können Sie sich unter Termine direkt bei den jeweiligen Veranstaltungen aus unserem Jahresprogramm anmelden.

Änderungen ab 2020 bei der Selbsthilfeförderung nach § 20h SGB V

Durch die gesetzlichen Änderungen zum 01.01.2020 gibt es für die örtlichen Selbsthilfegruppen für die Pauschalförderung durch die gesetzlichen Krankenkassen neue Kriterien. Konkret bedeutet dies, dass alle Kosten, die bisher in der Pauschalförderung gefördert wurden, auch weiterhin gefördert werden. In Zukunft müssen jedoch die Kosten für die Erstellung von Flyern, Homepages, Plakate etc, sowie Qualifizierungen auch in der Pauschalförderung beantragt werden. Alle weiteren Informationen, sowie die neuen Antragsformulare (www.kiss-stuttgart.de/wp-content/uploads/2019/12/2020_SHG_Antrag_Pauschalfoerderung.pdf) finden Sie auf unserer Homepage unter www.kiss-stuttgart.de/selbsthilfefoerderung2020

WIR – Stuttgarter Selbsthilfe Magazin 02-2019

Kurz bevor das Jahr zu Ende geht erscheint noch das neue Stuttgarter Selbsthilfemagazin WIR. In unserem Leitartikel beschäftigen wir uns mit „Fridays for Future“, einer jungen, globalen Selbsthilfebewegung, zu der es auch in Stuttgart eine Ortsgruppe gibt. Im Artikel „Die Macht der Gewohnheit“ geht es um eben diese – und wie man einen eingespielten Verhaltenskreislauf durchbrachen kann. Wir berichten außerdem vom 30-jährigen Jubiläum von KISS Stuttgart und interviewen mit Waltraud Trukses die erste hauptamtliche Mitarbeiterin und Geschäftsführerin unserer Selbsthilfekontaktstelle. Wie gewohnt finden Sie im Magazin Artikel von bestehenden und neuen Selbsthilfegruppen, Neuigkeiten und Tipps rund um die Selbsthilfe sowie einen Ausblick auf kommende Veranstaltungen. Das aktuelle Heft liegt ab dem 17.12.2019 bei KISS Stuttgart aus, aber auch in Rathäusern, Büchereien, Ämtern und an vielen anderen Orten. Sie können es außerdem auf www.kiss-stuttgart.de/downloads/wir-stuttgarter-selbsthilfe-magazin herunterladen. Wenn Sie das Magazin kostenfrei abonnieren möchten, genügen wenige Klicks auf www.kiss-stuttgart.de/downloads/kostenfrei-bestellen und wir schicken es Ihnen zweimal im Jahr per Post zu. Alternativ genügt auch eine Nachricht unter Tel. 0711 6406117 oder E-Mail info@kiss-stuttgart.de

Advents-Gewinnspiel auf unserer Facebook-Seite

Advent, Advent… das KISS-Logo rennt! Und zwar durch Stuttgart. An jedem Adventssonntag zeigt es sich an einem anderen Ort in Stuttgart und teilt ein Foto auf unserer Facebook-Seite mit uns. Wer errät, wo es abgelichtet wurde, wandert in den großen Lostopf und hat die Chance auf einen 15 €- „Stuttgart entdecken – Geschenkgutschein“. Anfang Januar nach unserer Schließzeit wird aus allen richtigen Antworten ein*e Gewinner*in gezogen. Mitraten unter www.facebook.com/KISS.Stuttgart

Leben bis zum Schluss – Charta-Initiative Stuttgart

Die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland wurde in einem zweijährigen Prozess durch zahlreiche Expert*innen und mit über 50 Institutionen und Organisationen unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands (DHPV) und der Bundesärztekammer (BÄK) erarbeitet. Sie setzt sich für Menschen ein, die aufgrund einer fortschreitenden, lebensbegrenzenden Erkrankung mit Sterben und Tod konfrontiert sind. Die fünf Leitsätze der Charta formulieren Aufgaben, Ziele und Handlungsbedarfe, um die Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland zu verbessern (www.charta-zur-betreuung-sterbender.de). Mit dem Projekt “Leben bis zum Schluss – Charta-Initiative Stuttgart” werden in einer Veranstaltungsreihe die Leitsätze der Charta aufgegriffen, bespielt und an unterschiedlichen Orten thematisiert. Den beteiligten Akteur*innen geht es darum, die zentralen Botschaften der Charta in die Stadtgesellschaft zu tragen und über deren Leitsätze ins Gespräch zu kommen. Neue Charta-Unterschriften von Bürger*innen, Organisationen und der Stadt Stuttgart werden angestrebt. Auch KISS Stuttgart gehört zu den Institutionen, die die Charta unterzeichnet haben. Weitere Infos (auch dazu, wie sie selbst unterzeichnen können) finden Sie auf www.kiss-stuttgart.de/leben-bis-zum-schluss

Bundestreffen Junge Selbsthilfe 2020

Vom 24. – 26. April 2020 findet in Duderstadt das fünfte Bundestreffen Junge Selbsthilfe statt, das von der NAKOS und einem Organisationsteam durchgeführt wird. Junge Selbsthilfeaktive aus ganz Deutschland sind eingeladen, Chancen und Rahmenbedingungen der jungen Selbsthilfe zu diskutieren und neue Projektideen zu entwickeln. Teilnehmen können rund 70 Selbsthilfeaktive im Alter zwischen 18 und 35 Jahren. Anmeldeschluss ist am 15. Januar 2020. Weitere Infos unter www.nakos.de/themen/junge-selbsthilfe/bundestreffen

LEBENSMUTIG-Blog feiert 1. Geburtstag

Vor einem Jahr ging der Junge Selbsthilfe Blog LEBENSMUTIG online. Unter www.junge-selbsthilfe-blog.de sind seitdem mehr als 150 Beiträge zu den unterschiedlichsten Themen veröffentlicht worden. Ein fester Kern von zwölf jungen, in der Selbsthilfe aktiven Autor*innen beschreibt im Wechsel wie es sich lebt, arbeitet, reist oder wohnt – wenn man beispielsweise einen Rollstuhl hat oder eine Krebs- oder Suchterkrankung. Der 1. Geburtstag wird mit einem gemeinsamen Text und einem Geburtstagsvideo gefeiert. Wen auch das Schreibfieber gepackt hat, kann sich per E-Mail an jungeseite@nakos.de wenden. Die Autor*innen wünschen sich Verstärkung. Weitere Infos unter www.nakos.de/data/Online-Publikationen/2019/NAKOS-Newsletter-11-Blog.pdf

Aktuelle Broschüre zu Förderquellen erschienen

Das Netzwerk Selbsthilfe e. V. hat die Broschüre „Fördertöpfe für Vereine, selbstorganisierte Projekte und politische Initiativen“ in der aktualisierten 14. Ausgabe herausgegeben und stellt darin mehr als 430 regionale, bundesweite und internationale Stiftungen vor. Weitere Informationen: www.nakos.de/aktuelles/nachrichten/key@7052

Strom sparen = Geld sparen

Die Aktion Stromspar-Check des Caritasverbandes für Stuttgart e. V. und des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands e. V. unterstützt Menschen, die über geringe finanzielle Mittel verfügen und finanziell in einer herausfordernden Situation sind bzw. Transferleistungen beziehen, mit einer kostenlosen Energieberatung und kostenlosen Soforthilfen sowie deren Einbau. Geschulte Stromsparhelfer*innen geben nützliche Tipps zum Energiesparen und helfen bei der häufig komplizierten Nebenkostenabrechnung, um eine deutliche Reduzierung der Energiekosten zu erreichen. Mehr Infos unter www.stromspar-check.de

Termine


Ausstellung von AMOS

Vom 05. November bis 20. Dezember findet im Bischof-Moser-Haus eine Ausstellung von AMOS statt. AMOS ist eine Selbsthilfegruppe, die sich regelmäßig trifft, die kreativ tätig ist, gemeinsames unternimmt, sich gegenseitig unterstützt und Zeit miteinander verbringt. Weitere Infos unter www.kiss-stuttgart.de/wp-content/uploads/2019/11/Plakat-BMH.jpg
Termin: Dienstag, 05.11 – Freitag, 20.12.2020
Ort: Bischof-Moser-Haus, Wagnerstr. 35, 70182 Stuttgart

Pflegedienst Familie – zwischen Verlässlichkeit und Verlassensein

In der Reihe „Sterben in Stuttgart – Wunsch und Wirklichkeit“ findet am 10. Dezember ein Podiums- und Publikumsgespräch zum Thema Pflegedienst Familie mit Betroffenen, Fachleuten und Interessierten statt. Die Diskussionsrunde wird vom Palliativ-Netz Stuttgart / Bürgerstiftung Stuttgart und vom Sozialamt der Landeshauptstadt Stuttgart veranstaltet. Weitere Infos unter www.palliativ-netz-stuttgart.de
Termin: Dienstag, 10.12.2019, 17:30 – 19:30 Uhr
Ort: Rathaus Stuttgart, Marktplatz 1, 70173 Stuttgart
Keine Anmeldung nötig, Eintritt frei

Winterschließzeit der KISS Stuttgart

Für Ihre Planung: KISS Stuttgart ist vom 24.12.2019 – 06.01.2020 geschlossen. In dieser Zeit bieten wir keine Beratung an und in den Räumen in der Tübinger Straße können sich keine Gruppen treffen. Ab Dienstag, den 07.01.2020 gelten wieder die gewohnten Sprechzeiten und Trefftermine von Selbsthilfegruppen und selbstorganisierten Initiativen.

Seminar für Menschen aus Selbsthilfegruppen: Humor und Lachen als Zugang zum Menschen

„Lachen ist gesund und heilsam!“ Humor schult den Blick auf das Wesentliche, fördert Entspannung und Gelassenheit und den lebendigen Umgang mit sich selbst und anderen. Humorvolle Menschen wirken nicht nur sympathischer, sie haben auch eine höhere soziale und emotionale Kompetenz. In diesem Workshop werden mit praktischen Übungen und konkreten Anregungen zur Humorförderung Aspekte aus Gelotologie (Lachforschung) und aus der Glücksforschung (Science of happiness) vorgestellt und anschaulich vermittelt, wie mit humorvoller Kommunikation ein entspanntes Klima der Offenheit gefördert und Spannungen vermieden werden können. Mit Lachübungen und dem Lachen ohne Grund können wir lernen, freier und selbstbewusster zu werden und unsere Ausstrahlung positiv zu beeinflussen.
Leitung: Hans-Martin Bauer, Humorcoach, Dipl. Sozialpädagoge, Familientherapeut, Therapeutischer Clown
Termin: Samstag, 25.01.2020, 10:00 – 16:30 Uhr
Ort: KISS Stuttgart, Tübinger Straße 15, 70178 Stuttgart
Kostenlose Veranstaltung für 8 bis 16 Menschen aus Selbsthilfegruppen
Anmeldung bis 09.01.2020 bei KISS Stuttgart per Direktanmeldung über unsere Homepage, unter Telefon 0711 6406117 oder E-Mail info@kiss-stuttgart.de

Infoveranstaltung für Selbsthilfegruppen aus dem gesundheitlichen Bereich: Förderung durch gesetzliche Krankenkassen

Selbsthilfegruppen aus dem Gesundheitsbereich können für ihre Gruppenarbeit bei den gesetzlichen Krankenkassen Fördergelder nach § 20h SGB V erhalten. Wir geben Ihnen die wichtigsten Informationen rund um die Antragstellung und den Verwendungsnachweis. Ob Sie zum ersten Mal Förderung beantragen möchten oder sich einfach nicht mehr sicher sind, auf was Sie achten müssen, in dieser Veranstaltung erfahren Sie u. a.

  • unter welchen Voraussetzungen Sie einen Antrag stellen können
  • was beantragt werden kann
  • wie der Verwendungsnachweis aussehen muss
  • was der Unterschied zwischen Projekt- und pauschaler Förderung ist

Anhand eines Musterantrags werden Ihnen praktische Tipps und Anregungen gegeben sowie Ihre individuellen Fragen beantwortet. Wenn Sie gehörlos sind, melden Sie sich bitte bis spätestens 6 Wochen vor dem Termin an, damit wir die Übersetzung in Gebärdensprache organisieren können.
Leitung: Hilde Rutsch, Dipl. Sozialarbeiterin, KISS Stuttgart
Stefanie Rieger, Sozialpädagogin, M.A., AOK Stuttgart-Böblingen
Termin: Dienstag, 04.02.2020, 18:30 – 20:30 Uhr
Ort: AWO Begegnungsstätte, Ostendstraße 83, 70188 Stuttgart
Kostenlose Veranstaltung für Menschen aus Selbsthilfegruppen
Anmeldung bis 31.01.2020 bei KISS Stuttgart per Direktanmeldung über unsere Homepage, unter Telefon 0711 6406117 oder E-Mail info@kiss-stuttgart.de

Sendetermine der Redaktion der Selbsthilfegruppen im Freien Radio für Stuttgart

Selbsthilfe auf Sendung! Die Redaktion der Selbsthilfegruppen im Freien Radio für Stuttgart sendet mehrmals pro Monat. Wer bei der Redaktion der Selbsthilfegruppen mitmachen möchte, kann sich melden über selbsthilfe@onlinehome.de
Das Freie Radio für Stuttgart ist zu empfangen auf 99,2 MHz über Antenne in Stuttgart und drum rum oder als Livestream übers Internet unter www.freies-radio.de
Die nächsten Sendetermine:

  • 05.12.2019, 19:00 Uhr „Sozialmagazin“
    Der bulgarische Musiker Blagoy Filipov ist zu Gast im Studio bei Dr. Wilfried Pfaff und erzählt aus seinem bewegten Leben.
  • 02.01.2020, 19:00 Uhr „Sozialmagazin“
    Thema: Menschen
  • 30.01.2020, 19:00 Uhr „Stotterfunk“
    Die Radiosendung der Selbsthilfegruppe stotternder Menschen in Stuttgart. Wir informieren rund um das Thema Stottern und andere allgemeine Themen mit aktuellen Berichten, Interviews, Talkgästen und Musik von Pop bis Punk. www.stotterfunk.de
  • 06.02.2020, 19:00 Uhr „Sozialmagazin“
    Wechselnde Themen sowie Forum für Selbsthilfegruppen oder selbstorganisierte Initiativen und immer mit den neusten Nachrichten aus der KISS Stuttgart.

Aktionstage

  • 07.12.2019 – Darmtag
  • 09.12. 2019 – Welt-Anti-Korruptionstag
  • 10.12. 2019 – Tag der Menschenrechte
  • 17.12.2019 – Internationaler Tag gegen Gewalt an Sexarbeiter*innen
  • 20.12.2019 – Internationaler Tag der menschlichen Solidarität
  • 01.01.2020 – Weltfriedenstag
  • 04.01.2020 – Welt-Braille Tag
  • 19.01.2020 – Weltreligionstag
  • 26.01.2020 – Welt-Lepra-Tag
  • 27.01.2020 – Gedenktag für die Opfer des Holocaust
  • 28.01.2020 – Europäischer Datenschutztag
  • 29.01.2020 – Tag des Blindenhundes
  • 04.02.2020 – Weltkrebstag

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Die meisten Deutschen möchten zu Hause sterben, tatsächlich sind es knapp 40%. Zunehmende Individualisierung (>50% Singlehaushalte in Stuttgart), Ausdünnung familiärer Netzwerke, demographische Entwicklung und zunehmende Lebenserwartung lassen keine Umkehrung des Trends erwarten, sondern vergrößern die Frage nur: Wie gelingt es, dass Menschen das Ende ihres Lebens dort verbringen können, wo sie sich geborgen fühlen? Pflegekräftemangel und Kostensteigerungen im Gesundheitswesen verschärfen die Situation. Und neben Zahlen gibt es auch qualitative Entwicklungsbedarfe – in einer Befragung des Deutschen Hospiz- und Palliativverband 2016 schätzten nur 49% der Befragten die Schmerztherapie eines nahestehenden Menschen im Krankenhaus als gut ein.

Vor diesem Hintergrund haben bis heute über 2.000 Organisationen und Institutionen sowie 26.000 Einzelpersonen – darunter auch zahlreiche Politiker*innen und Kommunen – die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland unterzeichnet. Diese Charta bündelt Leitsätze, Aufgaben, Ziele und Handlungsempfehlungen, um die Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland zu verbessern. Im Mittelpunkt steht dabei immer der Einzelne, der betroffene Mensch:
www.charta-zur-betreuung-sterbender.de

Mit der Veranstaltungsreihe „Leben bis zum Schluss” wird die Charta-Initiative Stuttgart vom 30. September 2019 bis 30. Juni 2020 die zentralen Botschaften der Charta an unterschiedliche Orte der Stadt tragen, ins Gespräch kommen, diskutieren und Unterschriften sammeln. Außerdem soll die Charta an Verantwortliche gebunden und damit in Stuttgart langfristig gefestigt/verstetigt werden. Nach der Eröffnung folgten und folgen weitere Veranstaltungen wie der Gottesdienst zum Welthospiztag, das Podiums- und Publikumsgespräch „Pflegedienst Familie – zwischen Verlässlichkeit und Verlassensein“, die Filmschau „Wir sterben“, der „Letzte Hilfe Kurs“ und vieles mehr. Weitere Infos zur Veranstaltungsreihe finden Sie auf www.leben-bis-zum-schluss.de

Auftaktveranstaltung unter der Paulinenbrücke

Bild: Künstler sitzt nackt und in Segeltuch gewickelt auf dem Boden

Für die Eröffnungsveranstaltung am 30. September 2019 mit dem Performance-Künstler Thomas Putze (www.thomasputze.com) und dem Wort-Künstler Jan Siegert (KISS Stuttgart) wurde bewusst ein öffentlicher Ort in der Stadt gewählt, um das Thema „Sterben und Tod“ in die Stadtgesellschaft zu tragen und an die „Graswurzeln“ der Hospizbewegung zu erinnern. Wo bis zum Frühjahr 2018 unter der Paulinenbrücke noch ein Parkplatz war, befindet sich nun ein Experimentierfeld für die Themen des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Die Installation und Performance basiert auf der Auseinandersetzung mit den Leitsätzen der Charta. Thomas Putze findet für die Situation und die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen eine eindrückliche wie einfache Formensprache. Abstrakte Begriffe wie „Hülle”, „Verlass”, „abhängig” und „eingebunden sein” wurden in der Performance sinnlich erfahrbar gemacht.

Mit der Brechung und Auflösung von festgefahrenen Sprichwörtern stieß Jan Siegert die Auseinandersetzung mit den Themen Sterben und Tod neu an. Die bestmögliche Versorgung sterbender Menschen fordert Individualität, keine Gemeinplätze – aus allseits bekannten Sprichwörtern wurden irritierende „Strichwörter“.

Im Zusammenspiel mit der Performance von Thomas Putze, die den emotionalen (und vielleicht auch spirituellen) Aspekt einer solchen Lebenssituation in einer körperlichen Darbietung umsetzt, bildeten sie das Alltägliche bzw. das schlicht Notwendige ab – ganz down to earth auf dem Asphalt unter der Paulinenbrücke. Dazwischen standen die fünf Kernaussagen der Charta als Absichtserklärungen der professionellen Ebene als Anker im Mittelpunkt.

All das spielte sich zusammen in einer öffentlichen, geschäftigen Umgebung mitten im Stadtzentrum ab. Die Welt dreht sich weiter. Das Leben geht nicht weiter. Und doch weiter, bis zum Schluss.

Charta unterzeichnen

Die Charta-Initiative Stuttgart wurde ins Leben gerufen durch Engagierte von Brückenschwestern Stuttgart, Diakonie-Klinikum Stuttgart, Hospiz St. Martin, Hospiz Stuttgart, Klinikum Stuttgart, Palliative-Care Team Stuttgart, Parkheim Berg und Robert-Bosch-Krankenhaus mit seinem Standort Klinik Schillerhöhe.

Auch KISS Stuttgart gehört zu den Institutionen, die die Charta unterzeichnet haben. Die Selbsthilfekontaktstelle beteiligte sich mit der Vorführung des Films „Nokan – Die Kunst des Ausklangs“ an der Veranstaltungsreihe. Falls Sie als Privatperson oder Einrichtung die Charta ebenfalls unterzeichnen möchten und/oder eine Veranstaltung zum Thema beitragen möchten, wenden Sie sich bitte an die unten stehende Koordinierungsstelle.

Infos und Kontakt

Koordination Palliativ-Netz Stuttgart
c/o Bürgerstiftung Stuttgart
Katja Simon
katja.simon@buergerstiftung-stuttgart.de
Dr. Katrin Gebicke
hannakatrin.gebicke@buergerstiftung-stuttgart.de
www.leben-bis-zum-schluss.de

Leitsätze der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland in vereinfachter Sprache

1. Gesellschaftspolitische Herausforderungen – Ethik, Recht und öffentliche Kommunikation

  • Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Sterben unter Bedingungen, die seine/ihre Würde achten.
  • Die persönlichen Wünsche und Werte werden respektiert. Der Wille wird geachtet.
  • Er/sie wird unterstützt durch die Familie, durch nahe stehende Personen und durch beruflich und ehrenamtlich Sorgende.
  • Ein Sterben in Würde wird unterstützt durch entsprechende politische Rahmenbedingungen.
  • Wir werden uns dafür einsetzen, dass Menschen an der Hand und nicht durch die Hand eines Menschen sterben.
  • Sterben ist Teil des Lebens. Die Themen Sterben und Tod dürfen nicht tabuisiert werden.

2. Bedürfnisse der Betroffenen – Anforderungen an die Versorgungsstrukturen

  • Jeder schwerstkranke und sterbende Mensch hat ein Recht darauf, dass seine persönlichen Bedürfnisse wahrgenommen werden.
  • Die Begleitung und Beratung ist darauf individuell ausgerichtet.
  • Die Angehörigen und Nahestehenden werden einbezogen und unterstützt.
  • Die Begleitung erfolgt durch haupt- und ehrenamtlich Tätige.
  • Die vorhandenen Versorgungsstrukturen in Stuttgart sind für die Betroffenen zugänglich.
  • Ein kontinuierliches Versorgungsnetzwerk ist unser Ziel.

3. Anforderungen an die Aus-, Weiter- und Fortbildung

  • Jeder Mensch hat ein Recht auf Begleitung und Behandlung durch unterschiedliche Berufsgruppen, die entsprechend qualifiziert sind.
  • Die in der Palliativversorgung Tätigen verfügen über aktuelles Fachwissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten.
  • Ihr Handeln ist eingebettet in eine Haltung der Achtsamkeit im Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen.
  • Wir werden uns dafür einsetzen, dass entsprechende Lernangebote in die Aus-, Weiter- und Fortbildungscurricula integriert werden.

4. Entwicklungsperspektiven und Forschung

  • Jeder Mensch hat ein Recht darauf, nach dem allgemein anerkannten Stand der Forschung begleitet und behandelt zu werden.
  • Entsprechende Forschungsbedarfe müssen identifiziert werden. Forschungsstrukturen müssen weiterentwickelt werden. Forschungsvorhaben und innovative Praxisprojekte müssen gefördert werden.
  • Wir werden uns dafür einsetzen, dass ständig neue Erkenntnisse zur Palliativversorgung aus Forschung und Praxis gewonnen, transparent gemacht und im Versorgungsalltag umgesetzt werden.

5. Die europäische und internationale Dimension

  • Jeder Mensch hat ein Recht darauf, nach anerkannten Empfehlungen und Handlungsrichtlinien begleitet und behandelt zu werden.
  • Wir werden uns dafür einsetzen, Organisationen, Institutionen und Menschen, die international im Bereich der Palliativversorgung tätig sind, in Kontakt miteinander zu bringen für einen länderübergreifenden Austausch zum Wohl schwerstkranker und sterbender Menschen.

>>> mehr zur Auftaktveranstaltung:

Bildergallerie

Bild: mit Straßenkreide geschriebenes Strichwort
Bild: Unterzeichnungstisch für die Charta
Bild: Künstler hinterlässt Segeltuchspur
Bild: Künstler kriecht mit umwickeltem Kopf am Boden
Bild: Künstler in Segeltuch hängt von der Brücke
Bild: Künstler in Segeltuch hängt von der Brücke und streckt ein Bein raus
Bild: Strichwörter live auf Asphalt geschrieben
Bild: Begrüßungsansprache Mann mit Mikrofon

„Strichwörter“ ersetzen „Sprichwörter“

Sprichwörter sind verallgemeinerte, auf einen Satz konzentrierte Lebensweisheiten. In Konfrontation mit dem bevorstehenden Lebensende verlieren sie ihre Relevanz, so wie alle abstrakten und konkreten Behelfsmechaniken einer zukunftsorientierten Lebensplanung. In der künstlerischen Umsetzung werden sie deshalb abgebrochen/manipuliert und ihrer lehrbildhaften Aussagen beraubt, indem die zu erwarteten Textfortgänge ausgetauscht werden durch sachliche, mitunter banale Beobachtungen aus der Lebenswirklichkeit eines sterbenden Menschen bzw. dessen Angehörigen heraus.

  • Wer anderen eine Grube gräbt fällt selbst hinein verlangt dafür zwischen 2.000 Euro für die günstigste anonyme Feuerbestattung (Einäscherung) und 35.000 Euro (und mehr) für eine gehobene Erdbestattung.
  • Lügen haben kurze Beine sich nicht vermeiden lassen, damit ich noch ein paar Tage länger die Normalität aufrechterhalten konnte.
  • Es ist noch kein Meister Case Manager für Palliativbegleitung vom Himmel gefallen.
  • Reden ist Silber fällt schwer, Schweigen ist Gold normal.
  • Bald Noch ist nicht aller Tage Abend.
  • Je später der Abend, desto schöner die Gäste Vorstellung, dass es vielleicht doch ein Leben nach diesem Leben gibt, oder einen Gott, einen Sinn.
  • Aller Anfang Ende ist schwer.
  • Wer zuerst kommt, mahlt zuerst bleibt bis zum Schluss.
  • Französisches Sprichwort:
    Wer von weit her kommt, kann schön lügen sollte von unseren Erfahrungen profitieren und sein Wissen mit uns teilen.
  • Türkisches Sprichwort:
    Lieber einen intelligenten Feind anwesenden Laien als einen dummen Freund abwesenden Profi.
  • Arabisches Sprichwort:
    Wirf keine Steine in den Brunnen vor die Tür, aus dem du trinkst durch die wir gehen müssen.
Bild: Schriftzug Junge Selbsthilfe

Auch 2020 wird wieder ein bundesweites Treffen für junge Menschen aus der Selbsthilfe stattfinden.
Vom 24. bis 26. April 2020 gibt es in Duderstadt Gelegenheit zum Kennenlernen und zum Austauschen über die eigenen Selbsthilfeaktivitäten. Zugleich können alle, die schon an konkreten gemeinsamen Vorhaben arbeiten, das Bundestreffen nutzen, um diese voranzubringen. 

Die Anmeldung ist ab jetzt möglich. Anmeldeschluss ist am 15. Januar 2020.

Mehr Infos und Anmeldung
www.nakos.de/themen/junge-selbsthilfe/bundestreffen

Bild: Logo Lebensmutig Blog

Vor einem Jahr, am 20. November 2018, ging der Junge Selbsthilfe Blog LEBENSMUTIG online.
Unter www.junge-selbsthilfe-blog.de sind seitdem mehr als 150 Beiträge zu den unterschiedlichsten Themen veröffentlicht worden.

Ein fester Kern von zwölf jungen, in der Selbsthilfe aktiven Autor*innen beschreibt im Wechsel wie es sich lebt, arbeitet, reist oder wohnt – wenn man einen Rollstuhl hat oder eine Krebs- oder Suchterkankung, wenn man es mit Ängsten zu tun hat oder mit einer Lese-Rechtschreib-Störung. Der 1. Geburtstag wird mit einem gemeinsamen Text und einem Geburtstagsvideo gefeiert.

Wen auch das Schreibfieber gepackt hat, kann sich per E-Mail an jungeseite@nakos.de wenden. Die Autor*innen wünschen sich Verstärkung.

Weitere Infos
www.nakos.de/data/Online-Publikationen/2019/NAKOS-Newsletter-11-Blog.pdf

Bild: Frau wägt ab

„Jeder hat ein Datum, dass sein Leben verändert hat. Der 27.01.2017 hat mein (unser) Leben verändert.
Ich suche Frauen, die ungewollt schwanger wurden und einen Schwangerschaftsabbruch (mit oder ohne Komplikationen) durchlebt haben. Es geht mir um Erfahrungsaustausch, Leidenswege und Berichte, wie ihr seitdem mit dem Erlebten umgeht. Denn niemand ist allein.“ L.C.

Weitere Infos
Schwangerschaftsabbruch mit oder ohne Komplikationen