KISS Stuttgart - Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen e.V. Stuttgart

Rede von Bürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann zur Eröffnung

Sehr geehrte Frau Ewald-Scheunert,
sehr geehrte Mitarbeiterinnen von KISS Stuttgart,
sehr geehrte Damen und Herren,

Grußwort Susanne Eisenmannim Namen von Herrn Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster, der die Schirmherrschaft für Ihre Veranstaltung übernommen hat, darf ich Sie recht herzlich grüßen. Leider ist es ihm aufgrund anderer Verpflichtungen nicht möglich, persönlich anwesend zu sein.

"Es gibt nichts Gutes, außer man tut es", formulierte einst Erich Kästner in seiner lakonisch treffsicheren Art. Den Menschen, die etwas Gutes tun, beziehungsweise dem Guten, das durch ehrenamtliche Tätigkeit entsteht, ist die heutige Veranstaltung gewidmet. Ich möchte deshalb ins Bewusstsein rücken, was ehrenamtliche Tätigkeit für unsere Gesellschaft und die Demokratie bedeutet, und die Leistungen der vielen Menschen würdigen, die im Stillen wirken.

Manchmal könnte man ja meinen, dass Tätigkeit für andere, dass selbstloses Tun in unserer Gesellschaft nicht hoch im Kurs steht.

Doch vielleicht entsteht dieser Eindruck nur deshalb, weil über den unspektakulären täglichen Einsatz für Andere oder für eine gute Sache nur selten berichtet wird. Schlagzeilen machen die großen Krisen und Konflikte und, um beim Karitativen zu bleiben, hoch dramatische Rettungsaktionen für Menschen, die in Not oder Gefahr geraten sind. Das stille Wirken im Hintergrund jedoch hat kaum Nachrichtenwert.

Aber das heißt nicht, dass es dieses Wirken nicht gäbe. Ganz im Gegenteil. Freiwilligenarbeit ist nicht nur ein anerkanntes Gut in unserer Gesellschaft, sondern auch weiter verbreitet, als oft gedacht. 21 % oder jeder fünfte Erwachsene in Stuttgart betätigt sich ehrenamtlich, wie aus der Bürgerumfrage 2005 hervorgeht, die das statistische Amt der Stadt letztes Jahr veröffentlichte. Weitere 34 % wären zu ehrenamtlichen Tätigkeiten bereit, das Potenzial ist also noch lange nicht ausgeschöpft.

Das Engagement der Ehrenamtlichen findet in vielen Bereichen statt, in Vereinen, Wohltätigkeitsorganisationen, Arbeitskreisen und Selbsthilfegruppen. Die Formen ihrer freiwilligen Tätigkeit sind ebenso vielfältig wie die Felder, denen ihr Einsatz gilt. Sie halten die vielen Freizeitvereine am Leben, die für unsere Kultur so typisch sind, und machen es insbesondere möglich, dass Sport tatsächlich im Verein am schönsten ist.

Diejenigen, die unentgeltlich oder für eine geringe Aufwandsentschädigung tätig werden, wenden sich so schwierigen Aufgaben wie der Betreuung von Kranken und Sterbenden zu. Sie kümmern sich um Kinder oder leisten einen Beitrag zur Integration von Menschen mit Behinderungen und Ausländern.

Die Organisierung von Nachbarschaftshilfe oder Festen zum gegenseitigen Kennenlernen gehört ebenso zu ihrem Tätigkeitsprofil wie die Ausrichtung von Basaren und Tauschbörsen.

Nicht zuletzt übernehmen sie kommunale oder staatliche Ehrenämter und wirken in Parteien oder Bürgerprojekten an der politischen Willensbildung mit. Diese Aufzählung könnte noch endlos fortgesetzt werden.

Lassen Sie mich nun auf die Arbeit der Selbsthilfegruppen eingehen, die sich zum Ziel gesetzt haben, durch wechselseitige Unterstützung besser mit Krankheiten oder Behinderungen zurecht zu kommen. Wie vielfältig die Problemlagen sind, mit denen sie sich beschäftigen und wie unterschiedlich die Gruppen arbeiten, das wissen Sie besser als ich. Leider ist es noch lange nicht gelungen, alle Bevölkerungsschichten in gleichem Maße in die Arbeit der Selbsthilfegruppen einzubeziehen. So stellen wir beispielsweise fest, dass Menschen mit Migrationshintergrund in Selbsthilfegruppen noch unterrepräsentiert sind.

Der heutige 7. Aktionstag der Stuttgarter Selbsthilfegruppen ist sozusagen ein Schaufenster dessen, was Selbsthilfegruppen in Stuttgart leisten. Es ist schon beeindruckend, in welcher Vielfalt Selbsthilfegruppen hier aktiv sind. Der Aktionstag bietet all denen Gelegenheit, unverbindlich die Arbeit der Selbsthilfegruppen kennen zu lernen, die den Schritt dorthin noch nicht gemacht haben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihrer Veranstaltung einen guten Verlauf.

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